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23-11-2004 Ukraine
Juschtschenko - Anhänger bevölkern die Strasse – Aufruf zu weiteren Demonstrationen
"Wir haben die Wahl gewonnen, Punkt," sagte heute morgen der Präsidentschaftskandidat und demokratische Oppositionsführer der Ukraine Viktor Juschtschenko vor einer 100.000 Anhänger grossen Menschenmenge auf dem Platz der Unabhängigkeit in Kiews Zentrum.

"Unsere Aufgabe besteht nun im Sichern und Schützen unserer Rechte," verkündete Juschtschenko, der gegen den amtierenden Prämierminister Viktor Janukowitsch in der gestrigen Präsidentenstichwahl der Ukraine antrat, einem Land von der Grösse Frankreichs mit einer Bevölkerung von 48 Millionen.

"Ich glaube der Stimmenauszählung des zentralen Wahlkommission der Ukraine nicht," so Juschtschenko. "Wir werden Petitionen zur Annullierung der Zählung in den Wahlkreisen einreichen, in denen die Regierung die Stimmen manipuliert sowie zum Betrug angestiftet und andere Bürgerrechte verletzt hat," fuhr er fort.

Bei über 99 Prozent ausgezählten Wahlbezirken erhielt laut der zentralen Wahlkommission der Ukraine Prämierminister Viktor Janukowitsch 49,42 Prozent der Stimmen und Viktor Juschtschenko 46,69 Prozent.Zwei unabhängige Ausgangsumfragen sahen hingegen Juschtschenko als Sieger gegenüber dem Prämierminister mit 11 Punkten Vorsprung in einer und 5 Punkten Vorsprung in der anderen Umfrage.

Mehrere, die Wahl überwachende, internationale Wahlbeobachter sagten, dass sie voller Betrug war und die internationalen Standards für Demokratie nicht erfüllte.

US-Senator Richard Lugar, der für Präsident George Bush die Wahl beobachtete, meinte, sie verlief mit "konzertiertem und starkem" Betrug.

Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) erklärte, dass die Wahl nicht die internationalen Standards erfüllte. Das Europaparlament liess verlautbaren, dass die "Wahlergebnisse nicht die Wirklichkeit widerspiegeln". Die parlamentarische Versammlung der NATO teilte mit: "Eine Erhöhung um 700.000 Wähler in der Donetskregion über der ersten Runde ist höchst unrealistisch".

"Ich rufe all meine Anhänger zum Protest auf der Strasse und zur Sicherung unserer Positionen auf," verkündete Juschtschenko heute morgen. Er beantragte eine Sondersitzung des Parlaments, um ein Misstrauensvotum in die Arbeit der zentralen Wahlkommission des Landes auszusprechen.

Die Behörden von Kiew, Lwow und anderen Grossstädten drängten das Parlament auch dazu, die Stimmauszählungsergebnisse nicht anzuerkennen. Die Zahl der auf den Strassen Protestierenden wächst stündlich im ganzen Land und werden von Erklärungen der Ortsbehörden unterstützt.
bei russland.RU
Schwerpunkt – Ukraine
Es wurde heute morgen landesweit ein Studentenstreik verkündet, der viele verärgerte Jugendliche auf die Strasse gegen die Regierung brachte. Über eine halbe Million Protestierende werden für heute nacht in der Hauptstadt Kiew erwartet.

"Es gibt keinen Zweifel, dass Wahlen stattgefunden haben, und ungeachtet der Differenz bei den Stimmen muss die Minderheit die Mehrheit anerkennen," hiess es in einer ernsten Warnung, die über die vom Staat kontrollierten Massenmedien von den obersten Polizeibeamten des Landes abgegeben wurde. Den ganzen Tag über bewachte die Polizei die Regierungsgebäude und die zentrale Wahlkommission. Bei den Protestkundgebungen schritt die Polizei nicht gegen die Menschenmengen ein.

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