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22-11-2004 Ukraine
Nach der Stichwahl: Spontane Kundgebungen von Anhängern des Oppositionskandidaten Juschtschenko
Seit einigen Stunden dauern in Kiew spontane Protestkundgebungen von Anhängern des Oppositionskandidaten Viktor Juschtschenko, die mit den von der Zentralen Wahlkommission bekannt gegebenen Wahlergebnissen unzufrieden sind.

Der Unabhängigkeitsplatz im Stadtzentrum von Kiew und die Hauptstraße Kreschtschatik wimmeln von Menschen. Fast alle tragen dunkelgelbe Bänder oder Krawatten, die die Farbe der Wahlkampagne von Juschtschenko symbolisieren. Mehrere haben Nationalflaggen der Ukraine oder dunkelgelbe Flaggen mit einer Abbildung des Oppositionschefs. Ab und zu ruft die Menschenmenge in Sprechchören „Juschtschenko! Juschtschenko!" Der Verkehr im Zentrum der ukrainischen Hauptstadt ist so gut wie lahmgelegt.

Auf Kreschtschatik wurden einige dutzend Zelte aufgeschlagen, womit die Oppositionsanhänger gegen Wahlfälschungen protestieren. Zudem wurde eine Barrikade aus Sandsäcken gebaut.

Indes bleibt die Situation verhältnismäßig ruhig, Menschen, die sich im Stadtzentrum versammelt haben, benehmen sich nicht aggressiv. Alle Läden und Betriebe des öffentlichen Gaststättenwesens haben geöffnet.

Mitarbeiter der Rechtsschutzorgane sind im Stadtzentrum kaum zu sehen. Seltene Polizeiaufgebote patrouillieren einige Straßen und Gassen, die in Kreschtschatik münden. Etwas mehr Sicherheitspersonal wird im Raum des Verwaltungsgebäudes von Amtsinhaber Leonid Kutschma registriert, unter ihnen auch Angehörige der Sondereinheit „Berkut".

Vorläufigen Angaben der Zentralen Wahlkommission der Ukraine zufolge hatte die überwiegende Mehrheit von Wählern in Kiew - knapp 75 Prozent - bei der Stichwahl die Kandidatur Viktor Juschtschenko unterstützt, während der amtierende Regierungschef Viktor Janukowitsch, der vorläufigen Angaben zufolge den Sieg errungen hatte, in der ukrainischen Hauptstadt nur 20 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen konnte.

Auf einer Kundgebung im Zentrum Kiews hatte Juschtschenko zuvor erklärt, dass dieOpposition die offiziellen Wahlergebnisse nicht akzeptiert, und die Landesbevölkerung zu einem allgemeinen Streik aufgerufen. (RIA)

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