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23-11-2005 Ukraine
"Gaskrieg" zwischen Russland und der Ukraine
Ein "Gaskrieg" zwischen Russland und der Ukraine ist unvermeidlich. Das äußerte Sergej Markow, Direktor des Instituts für politische Studien, in einem RIA-Nowosti-Interview im Zusammenhang mit dem Aufschub des Ukraine-Besuches des russischen Premierministers Michail Fradkow.

Laut dem Politologen war der Besuch nicht vorbereitet, denn die Hauptfrage, die Gastarife, wurde nicht geklärt.

"Die ukrainische Führung geht davon aus, dass Russland seine Interessen und die Ukraine ihre Kraft hat: Gasleitung nach Europa, Unterstützung durch die europäischen Verbündeten und die Vereinigten Staaten von Amerika. Somit nimmt die ukrainische Führung eine überaus harte Position ein, und die Verhandlungen scheitern im Grunde", stellte Markow fest.

Seiner Meinung nach sehe es die ukrainische Seite auf einen "Gaskrieg ab" und will, dass alle Fragen in einer derart harten Konfrontation geklärt werden.

Markow sagte, dass Russland keine Gründe habe, die Gaspreise nicht zu erhöhen.

Zugleich betonte er, dass man die Ukraine nicht als geopolitischen Gegner bezeichnen könne. "Die Ukraine ist das nächstgelegene Bruderland. Aber leider gibt es in ihrer Regierung antirussische Kräfte", sagte der russische Experte.

"Somit ist der ,Gaskrieg' unter den heutigen Bedingungen praktisch unvermeidlich", schlussfolgerte Sergej Markow.

Der Präsident des Fonds für effektive Politik, Gleb Pawlowski, betonte seinerseits in einem RIA-Nowosti-Interview, dass es keinen politischen Hintergrund für den Aufschub des Besuches gebe. "Der Aufschub erfolgte aus hinreichend transparenten Gründen, denn der Besuch war bezüglich der Hauptfrage, der Tarife, nicht vorbereitet", sagte der Politologe.

Der Direktor des Internationalen Instituts für humanitär-politische Studien, Wjatscheslaw Igrunow, äußerte, dass es immerhin einen politischen Hintergrund für den Aufschub des Besuches gebe.

Ihm zufolge wird die ultimative Position der Ukraine, alles unverändert zu belassen, zu keiner Entwicklung der Beziehungen zwischen unseren Ländern führen.

"Wenn die Ukraine will, dass Russland ein ernsthafter Handelspartner von ihr bleibt, so muss sie einen Dialog mit Moskau führen", unterstrich Igrunow.

Die russischen Politologen halten sich in Kiew zur Teilnahme an einem Seminar zum Jahrestag der "orange Revolution" auf. (RIA)

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