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23-11-2005 Ukraine
Russland straft Ukraine für Ablehnung des Gas-Ultimatums
Russlands Premier Michail Fradkow hat am Vortag überraschend seinen für den Mittwoch geplanten Kiew-Besuch abgesagt. Die offizielle Erklärung: Das Problem der Preise für das russische Gas sei noch nicht geregelt. Laut inoffiziellen Informationen habe aber Russland die Ukraine für deren Ablehnung des Gas-Ultimatums bestraft, schreibt "Kommersant" am Mittwoch.

Außerdem hätte man die Präsenz des zweitwichtigsten russischen Staatsmanns zum Höhepunkt der Feierlichkeiten anlässlich des 1. Jahrestages der "orange" Revolution als deren Unterstützung auslegen können.

Russland verlangt von der Ukraine, die Gaslieferungen ab 1. Januar 2006 nach dem sogenannten europäischen Durchschnittspreis von 160 Dollar für 1 000 Kubikmeter zu bezahlen. (Seit 2000 kostet das Gas der Ukraine 50 Dollar pro 1 000 Kubikmeter. Diese Summe wird allerdings bis jetzt nicht in bar bezahlt, sondern als Kostendeckung für den Gastransit nach Europa berechnet.) Russland schlug zugleich vor, den Gastransit ab jetzt in bar zu bezahlen.

Moskau hatte sich mit einem Versprechen zufrieden gegeben, dieses Angebot zur Kenntnis zu nehmen und zu überlegen. Zum Jahreswechsel hin sollte dann dieses Angebot ohne großes Aufheben in vollem Umfang gebilligt und routinemäßig fixiert werden. Wie aber aus Quellen in der russischen Regierung zu erfahren war, bezog die Ukraine plötzlich eine harte Position. Und zwar nicht der ukrainische Premier Jechanurow selbst, sondern gewisse höhere Kräfte (gemeint war eindeutig Präsident Viktor Juschtschenko). Sobald die reale Perspektive der geplanten Verhandlungen klar geworden ist, traf Moskau eine noch härtere Entscheidung: Der Premier soll nicht in die Ukraine reisen und über nichts mehr verhandeln, bis Kiew Kapitulation signalisiert.

Nun wollen die russischen Behörden einfach abwarten. Ihrer Meinung nach hat die Ukraine keinen anderen Ausweg. Das gesamte Gas, das in dieses Land kommt, darunter auch das turkmenische und das kasachische, wird von Russland gemäß den in diesem Jahr unterzeichneten Abkommen kontrolliert. Im Falle eines nicht genehmigten Abzapfens von Transitgas wird der entsprechende Gegenwert automatisch den ukrainischen Staatsschulden angerechnet - Kiew hat dem selbst zugestimmt. Und zwar wird dieser Gegenwert nach dem europäischen Preis berechnet, weil dies als ein Diebstahl bei Deutschland und Frankreich bewertet wird, wohin das Gas fließt. Im äußersten Fall wird Russland der Ukraine anbieten, vom 1. Januar an einfach Monatsverträge über den Kauf von russischem Gas zu 160 Dollar pro 1 000 Kubikmeter zu schließen, schreibt das Blatt.(RIA)

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