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21-11-2004 Ukraine
In Nachwahlbefragung liegt Juschtschenko vorn
Bei der richtungsweisenden Stichwahl um das Präsidentenamt in der Ukraine hat der westlich orientierte Kandidat der Opposition, Viktor Juschtschenko, in den Nachwahlbefragungen deutlich vorn gelegen. Nach Angaben zweier regierungsnaher Institute führt Juschtschenko mit 49,4 Prozent der Stimmen vor dem pro-russischen Regierungschef Viktor Janukowitsch mit 45,9 Prozent.

Unabhängige Wahlbeobachter beklagten massive Unregelmäßigkeiten während der Abstimmung.

Laut der Nachwahlbefragung des unabhängigen Rasumkow-Zentrum für ökonomische und politische Studien und des Internationalen Soziologie-Instituts führte Juschtschenko mit deutlichen 54 Prozent vor Janukowitsch mit 43 Prozent. Gleich nach Schließung der Wahllokale hatten diese Institute einen sogar noch höheren Vorsprung des Oppositionskandidaten angeben.

Juschtschenko will das Land bei einem Sieg stärker an die EU und die NATO heranführen; der im Wahlkampf massiv vom russischen Präsidenten Wladimir Putin unterstützte Janukowitsch dagegen will das Land noch enger an Moskau binden. Während Juschtschenko vor allem in den historisch europäisch geprägten Regionen der Westukraine seine Anhänger findet, stehen Janukowitschs Bastionen im russisch geprägten Osten des Landes.

Russischen Wahlbeobachtern zufolge gab es in der Westukraine die meisten Unregelmäßigkeiten. In der westlichen Region Wolhinje wurde nach Angaben der Wahlkommission ein Tresor mit Wahllisten und den Wahlzetteln gestohlen. In Lwiw und Ternopil, ebenfalls im Westen des Landes, wurden nach Angaben der Polizei acht Wahlurnen in Brand gesteckt. Es habe "zahlreiche und ernsthafte" Unregelmäßigkeiten gegeben, sagte der Vorsitzende einer Beobachtergruppe aus Russen, Israelis und Vertretern früherer Sowjetrepubliken, Andrej Kotschetkow.

Alexander Zinker vom Institut der Zentraleuropäischen und GUS-Staaten sagte, vielerorts seien Wahlhelfer eingeschüchtert und unter Druck gesetzt worden. "Wenn das so weiter geht, bezweifle ich sehr, dass die Wahlergebnisse die wahre Meinung der Ukrainer wiederspiegeln."

37 Millionen Wahlberechtigte waren aufgerufen, einen Nachfolger für den scheidenden Amtsinhaber Leonid Kutschma zu bestimmen. Mit dem offiziellen Endergebnis wurde am frühen Montag gerechnet.

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