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24-10-2005 Ukraine
Mittal Steel Germany wurde Besitzerin von Kriworoschstal
Die Mittal Steel Germany GmbH hat am heutigen Montag ein 93,02-Prozent-Aktienpaket der OAO Kriworoschstal (ukrainischer Stahlkonzern) erworben. Bei einem Angebot von 4,79 Milliarden US-Dollar hatte die Firma den Zuschlag bekommen.

Wie Alexander Bondar, stellvertretender Leiter des Fonds für Staatseigentum der Ukraine, zu Journalisten sagte, werden diese Mittel an den Staatshaushalt überwiesen.

An der Auktion nahmen auch die OOO SMART-GROPPE (Dnepropetrowsk) und das Konsortium Industriegruppe teil.

"Die ehemaligen Eigentümer haben sich unverständlich benommen, denn sie beteiligten sich nicht an der Auktion. Jetzt können sie keine Berufung gegen die Entscheidung bei einem Gericht einlegen", sagte Bondar.

Wie Alexander Paschawer, Berater des Präsidenten, in einem Interview mit dem fünften ukrainischen TV-Kanal sagte, hatte er einen geringeren Preis erwartet. Die Tatsache, dass Kriworoschstal für 4,79 Milliarden US-Dollar verkauft wurde, zeuge davon, dass westliche Investoren die Situation in der Ukraine positiver bewerten.

Die Durchführung der Auktion war in der Anordnung der ukrainischen Regierung "Über die Bestätigung des Terminplans zur Vorbereitung und Durchführung eines neuen Verkaufs des Aktienpakets der OAO Kriworoschstal vom 4. Juli" vorgesehen.

Der Fonds für Staatseigentum der Ukraine teilte am 10. August in der offiziellen Ausgabe "Wedomosti privatisazii" mit, dass der Startpreis des Aktienpakets 1,98 Milliarden US-Dollar betrage. Bei diesem Preis begann die Auktion und dauerte 50 Minuten.

Entsprechend den Bedingungen der Auktion ist der Käufer unter anderem verpflichtet, im Laufe von fünf Jahren dem Unternehmen einen Erlös in Höhe von 1,88 Milliarden US-Dollar jährlich zu sichern.

An der Auktion durften Industrieinvestoren teilnehmen, die seit mindestens drei Jahren im Bereich der Eisenmetallurgie arbeiten.

Auf der Auktion am 14. Juni 2004 wurden 93,02 Prozent der Aktien von Kriworoschstal an das Konsortium Investitions- und Metallurgieunion für 803,7 Millionen US-Dollar beim Startpreis von 718 Millionen US-Dollar verkauft.

Die Gründer des Konsortiums waren damals die Donezker Korporation System Capital Management und die Dnepropetrowsker Korporation Interpipe. Die Tätigkeit der beiden Korporationen verbindet man mit den reichsten Leuten der Ukraine: erstere mit dem Unternehmer Rinat Achmetow und die zweite mit Viktor Pintschuk, Schwiegersohn des Ex-Präsidenten der Ukraine.

Der Präsident der Ukraine, Viktor Juschtschenko, gab während der Wahlkampagne bekannt, dass es bei der Privatisierung von Kriworoschstal zu Rechtsverletzungen gekommen war.

Am 22. April 2005 bestätigte zunächst das Wirtschaftsgericht in Kiew und am 3. Juni 2005 das Appelationswirtschaftsgericht in Kiew die Gesetzwidrigkeit der Privatisierung von Kriworoschstal.

Vorige Woche nahm das ukrainische Parlament in erster Lesung ein Gesetz an, wonach Kriworoschstal in die Liste von Unternehmen aufzunehmen sei, die keiner Privatisierung unterliegen. Das Parlament fasste außerdem einen Beschluss mit einer Empfehlung, den Verkauf des Unternehmens auszusetzen.

Einige politische Kräfte erklärten, es sei notwendig, das Aktienpaket des Unternehmens im Staatseigentum zu belassen.

Der Fonds für Staatseigentum der Ukraine hob seinerseits hervor, dass er sich in seinen Handlungen zum Verkauf des Unternehmens von Beschlüssen der Regierung leiten ließ.(RIA)

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