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10-09-2005 Ukraine
Krawtschuk: Juschtschenko und Timoschenko können keine inhaltsähnlichen und für die Ukraine annehmbaren Entscheidungen treffen
Leonid Krawtschuk, der erste Präsident der Ukraine, Abgeordneter und Mitglied der Sozialdemokratischen (vereinigten) Partei der Ukraine, ist der Ansicht, dass Präsident Viktor Juschtschenko und die Ex-Ministerpräsidentin Julia Timoschenko außerstande seien, inhaltsähnliche und für die Ukraine akzeptable Entscheidungen zu treffen.

Das erklärte er in einem am Freitag veröffentlichten Interview für die Zeitung "Den".

"Sie können weder gleich handeln, noch gleich denken und auch keine Entscheidungen treffen, die wenigstens einigermaßen einander in Inhalt und Charakter ähnlich, vor allem aber für die Ukraine annehmbar sind", sagte er.

Krawtschuk meint, die Dissonanz zwischen Juschtschenko und Timoschenko betreffe "nicht nur ihre Charaktere, sondern auch ihre Weltanschauung".

"Timoschenko ist eine Pragmatikerin reinen Wassers, höchst geschult", vermerkte der Ex-Präsident.

Seiner Ansicht nach "trug dazu ihre Tätigkeit in den "Einheitlichen Energiesystemen" (EES) und die Betreuung durch Pawel Lasarenko bei. Wie der Abgeordnete betonte, habe Lasarenko Julia Timoschenko "absolut präzise Schritte" beigebracht. Timoschenko wisse, sagte Krawtschuk weiter, "wie diese Schritte zu tun sind".

"Eine jede Aktiengesellschaft kann man verstanden und praktisch den gesamten Informationsumfang bezüglich ihrer Funktionsprinzipien im Kopf behalten. Aber die Ukraine ist keine Aktiengesellschaft. Sie (Timoschenko) aber hat die Verwaltungsmethoden des Einheitlichen Verbundsystems der Ukraine auf die Ukraine angewandt", meint Krawtschuk. Seiner Ansicht nach rühre daher "das Streben nach manueller Lenkung".

"Aus Timoschenko hat man heute eine Sozialistin gemacht. Sie ist aber keine, vielmehr ist sie einfach eine Managerin einer konkreten Gesellschaft, die den Versuch unternommen hat, die eigenen Erfahrungen auf die Ukraine zu übertragen. Das birgt aber eine Gefahr in sich", betonte Krawtschuk.

"Da sie ein energischer Mensch ist, nur an ihre Kräfte glaubt (und ein jedes Problem sehr schnell erfasst, das muss man ihr lassen), vergrößert das nur die Ausmaße dieser Gefahr", sagte Krawtschuk überzeugt.

"Deshalb sind sie und Juschtschenko absolut unterschiedliche Menschen", meinte er abschließend.

Am Donnerstag hat Präsident Viktor Juschtschenko die gesamte Regierung entlassen. (RIA)

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