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09-09-2005 Ukraine
Die politische Krise zwingt die Ukraine zur Überprüfung der Beziehungen mit Russland
Die in der Ukraine ausgebrochene Krise wird wahrscheinlich den Präsidenten, Viktor Juschtschenko, zwingen, seine Außenpolitik zu Gunsten Russlands zu überprüfen, vermutet die Nesawissimaja gaseta.

Die unerwartete Ernennung des Leiters der Dnepropetrowsker Gebietsadministration, Juri Jechanurow, in das Amt des Regierungschefs, das nach der Entlassung Julia Timoschenkos, eine der markantesten Spitzenvertreterinnen der "Orangerevolution", vakant wurde, kann die Änderung einiger Akzente in der Außenpolitik der Ukraine herbeiführen.

Juschtschenko hat anscheinend die Perspektivlosigkeit der früher verkündeten Politik auf Abgrenzung von Russland und schnelle Integration in europäische Strukturen erkannt. Aufschlussreich ist in dieser Hinsicht, dass Juschtschenko Oleg Rybatschuk aus dem Amt des Vizepremiers für Fragen der europäischen Integration entließ, obwohl das neue Amt des Vizepremiers in der Regierung ursprünglich als Schlüsselposten galt. Heute geht es um die mögliche Liquidierung des Amtes selbst.

Aufschlussreich ist auch der Fakt, dass der amtierende Premierminister Jechanurow langjährige Beziehungen mit Russland hat und für die Wiederaufnahme und Entwicklung der ukrainisch-russischen Beziehungen eintritt. Nach allem zu urteilen, ist Juschtschenko bereit, seine Einstellung zu den strategischen Partnern zu überprüfen.

In der Ukraine wird die Meinung verbreitet, dass die politische Krise von russischen Kreisen, die unter dem Prozess der Reprivatisierung gelitten hatten, oder von jenen russischen Oligarchen initiiert und provoziert wurde, die früher keine Möglichkeiten für die Zusammenarbeit mit den neuen ukrainischen Behörden gesehen hatten.

Die Krise in der Ukraine kann den politischen Plänen der russischen demokratischen Opposition einen vernichtenden Schlag versetzen. Die Reformatoren Anatoli Tschubais (Vater der russischen Privatisierung) und Boris Nemzow (heute Berater Juschtschenkos), die zu aktiven Teilnehmern der "Orangerevolution" wurden und einen solchen Ereignisgang in Russland prognostizierten, sind nunmehr gezwungen, ihren Wählern zu erläutern, wodurch sich die neue Macht von der alten im Falle eines Umsturzes unterscheiden wird. Denn die ukrainische "Orangen", die die ganze Machtfülle bekommen haben, haben bewiesen, dass die Umverteilung des Eigentums und der Finanzströme das Ziel ihrer Revolution war.(RIA)

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