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05-09-2005 Ukraine
Gasprom lässt die Ukraine links liegen
Die Ukraine wird nicht für ewig das Haupttransitland für russische Gaslieferungen nach Europa bleiben. Gasprom ist bestrebt, seine Risiken durch die Erschließung neuer Absatzmärkte zu verringern, berichtet die Moskauer Zeitung Nesawissimaja Gaseta.

Am Freitag traf der erste Gasprom-Tanker mit Flüssiggas in den USA ein. In Minsk wurde am gleichen Tag mitgeteilt, dass Weißrussland eine Grundsatzvereinbarung mit Russland über die Beibehaltung der Preise für russisches Gas (46,68 US-Dollar pro Kubikmeter) und über den Preis für den Transit des blauen Brennstoffs über weißrussisches Territorium für das Jahr 2006 erzielt hat.

Unterdessen endeten die Verhandlungen in Kiew, bei denen Gasprom und Neftegas Ukrainy versuchten, eine Einigung über den Preis und über das Volumen der russischen Gaslieferungen für das Jahr 2006 zu erzielen, mit einem Misserfolg.

Bis zum heutigen Tag ist die Ukraine das Haupttransitland für russische Gaslieferungen nach Europa. Im vergangenen Jahr wurden über ihr Territorium mehr als 130 Milliarden Kubikmeter Gas gepumpt, davon 115 Milliarden nach Europa. Im gleichen Zeitraum gingen über Weißrussland lediglich 37,5 Milliarden Kubikmeter. Mit einem solchen Trumpf in der Hand glaubt die Ukraine, Russland faktisch erpressen zu können.

Mit einem so unzuverlässigen Partner wie der Ukraine an der Seite strebt Gasprom danach, die Risiken durch eine Diversifizierung zu verringern, darunter auch durch die Erschließung neuer Märkte. So vereinbarte der Konzern die Direktlieferung russischen Flüssiggases in die USA, und zwar auf der Grundlage langfristiger Verträge.

In der Perspektive kann Weißrussland für Gasprom ein nicht weniger wichtiger Partner werden. Über weißrussisches Territorium verläuft die Gaspipeline Jamal – Europa.

Der Bauabschluss der Nördlichen Europäischen Gasleitung nach Europa, die Russland und Deutschland unter Umgehung von Transitländern auf dem Grund der Ostsee verlegen, wird zum Jahr 2010 erwartet. Möglicherweise nimmt bis zu diesem Zeitpunkt auch die Durchlasskapazität der Pipeline Jamal – Europa zu, denn der Bau eines zweiten Stranges ist bereits in der Planung. Nach Südeuropa kann Gas durch die Pipeline Blauer Strom über die Türkei geliefert werden.(RIA)

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