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19-08-2005 Ukraine
Georgien und Ukraine bilden „Alternativ-GUS“ ohne Russland
Die Idee der Präsidenten Georgiens und der Ukraine, eine „Alternativ-GUS“ ohne Russland zu gründen, wird bereits realisiert. Mehr noch: Die neue Struktur nimmt die Züge eines für Moskau gefährlichen „Ostsee-Schwarzmeer-Korridors“ an, schreibt die Tageszeitung „Kommersant“ am Freitag.

Vor einer Woche kündigten die Präsidenten der Ukraine und Georgiens, Viktor Juschtschenko und Michail Saakaschwili, ihre Absicht an, eine neue internationale Struktur, die „Gemeinschaft der demokratischen Wahl“, zu gründen und die Demokratien des Ostsee-, des Schwarzmeer- und des Kaspisee-Raums zusammenzuschließen. Im Ferienlager „Artek“ auf der Krim wird am Freitag ein Treffen der Präsidenten der Ukraine, Georgiens, Polens und Litauens stattfinden. Offensichtlich sollen diese Länder das Kernstück der künftigen Struktur bilden.

Die Begegnung auf der Krim ist faktisch ein Gipfeltreffen der Ostsee-Schwarzmeer-Allianz, über die Anfang der 90er Jahre so viel gesprochen wurde. Damals unterbreiteten Politiker aus der weißrussischen Volksfront die Idee eines Zusammenschlusses der Ukraine, Weißrusslands und des Baltikums, die einen Kordon zwischen Osteuropa und Russland bilden und damit alle Transportströme, einschließlich der Pipelines auf diesem Territorium, kontrollieren würden. Auf diese Weise würden die Ukraine, Weißrussland und die baltischen Länder ihre Energieabhängigkeit von Russland endgültig überwinden.

Damals wählte der neue weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko eine andere Integrationsrichtung. Die Stelle Weißrusslands wurde aber von Polen eingenommen. Außerdem haben die anderen potentiellen Teilnehmer dieses Bündnisses das Projekt nicht vergessen. Ende der 90er Jahre war immer häufiger von einer neuen Bestimmung der Erdöl-Vereinigung von dem Ostsee-Raum und dem Schwarzen Meer die Rede - ein Reexport des Kaspiöls nach Europa an Russland vorbei.

Nach dem Sieg der „orange Revolution“ in Kiew erhielten die Ideen einer Ostsee-Schwarzmeer-Integration einen neuen Klang. Zuvor war die Anti-GUS, die regionale Vereinigung GUUAM, zu der Georgien, die Ukraine, Usbekistan, Aserbaidschan und Moldawien gehörten, ein formloses Gebilde ohne konkrete Ziele und Grenzen. Nun aber haben die potentiellen Gegner Moskaus alles: die Ideologie einer Demokratisierung der Region und exakte Grenzen. Mehr noch: Es gibt eine verbesserte Doktrin der Ostsee-Schwarzmeer-Integration.

Nach den Worten der Präsidenten Juschtschenko und Saakaschwili werden sich auch Länder des Kaspischen Raums der Gemeinschaft anschließen. Das bedeutet, dass die Gemeinschaft auch eine neue Ölroute sein wird. Das kaspische Öl werde an Russland vorbei nach Europa gelangen können, schreibt „Kommersant“. (RIA)

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