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12-11-2004 Ukraine
Putin, Kutschma und Janukowitsch erörtern Wege zur Mobilisierung von Wählerschaftsressourcen
Der Besuch von Russlands Präsident Wladimir Putin in der ukrainischen Autonomie Krim und sein Treffen mit dem ukrainischen Staatschef Leonid Kutschma waren eine Überraschung.

Wie die Zeitung „Kommersant" aus inoffiziellen Quellen erfuhr, wird ihnen auch der ukrainische Premier und Präsidentschaftskandidat Viktor Janukowitsch anschließen. Der formelle Anlass ist die Eröffnung eines Fährenverkehrs zwischen der Region Krasnodar und der Halbinsel Krim.

Nach der Bekanntgabe des Ergebnisses der ersten Wahlrunde ist die Wahrscheinlichkeit einer Niederlage des Kandidaten, der als prorussisch gilt, enorm hoch geworden, schreibt das Blatt. Die Hauptaufgabe Moskaus besteht darin, die prorussische Wählerschaft bei den Stichwahlen zu mobilisieren. Gleb Pawlowski, einer der Hauptideologen der Wahlkampagne Janukowitschs, erklärte: „In der 1. Wahlrunde war eine vierprozentige Fälschung zugunsten Juschtschenko möglich". Der russische Polittechologe verwies dabei auf eine zwischen dem 2. und dem 7. November vorgenommene Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Obschtschestwennoje mnenije (Öffentliche Meinung), laut der Janukowitsch von 36 und Juschtschenko nur von 33 Prozent unterstützt wurde (laut den offiziellen Ergebnissen erhielt Juschtschenko 39,87 und Janukowitsch 39,32 Prozent der Stimmen).

Wie das Blatt erfuhr, werden der Präsident und der Premier der Ukraine während des Krim-Besuchs des russischen Staatschefs aufgerufen, Bemühungen zu einer Steigerung der Wähleraktivität in den Regionen (in erster Linie im Osten) zu verstärken, die für Janukowitsch sympathisieren. Eine Analyse von Kreml-Polittechnologen zeigt, dass Janukowitsch über ein solides Potential verfügt, weil dort die Wahlbeteiligung in der 1. Wahlrunde nur 60 Prozent betrug. Man muss lediglich die Menschen dazu bringen, bei den Stichwahlen zu den Wahllokalen zu gehen. Juschtschenkos Situation sei laut dieser Analyse etwas schwächer: In den westlichen Regionen derUkraine, wo seine Überlegenheit überwältigend war, hatten nur rund 20 Prozent die Teilnahme an der 1. Wahlrunde verweigert.

Um Janukowitschs Wählerschaft anzuspornen, empfiehlt die russische Seite, die Ressource der russischsprachigen Organisationen und Gemeinden der Ukraine einzusetzen und unter anderem die Arbeit mit der russischsprachigen Diaspora in Transkarpatien, Juschtschenkos Wahldomäne, zu intensivieren. Zu diesem Zweck müssen in den bis zum Wahltermin gebliebenen Tagen einige Maßnahmen getroffen werden, u.a. müssen die Gesetze über die Anhebung des Status der russischen Sprache durchs Parlament durchgezogen werden. (RIA)

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