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11-11-2004 Ukraine
Kreml wird bei Stichwahlen in der Ukraine erneut seine Hauptressource einsetzen
Zum Sieger der 1. Wahlrunde der Präsidentenwahlen in der Ukraine wurde der Oppositionsführer Viktor Juschtschenko. Die Zentrale Wahlkommission veröffentlichte am Vortag die endgültigen Ergebnisse nach der Auswertung von 100 Prozent der Wahlzettel:

Juschtschenko erhielt 39,87 Prozent und Viktor Janukowitsch (jetziger Ministerpräsident, der von Moskau unterstützt wurde) 39,32 Prozent.

Sergej Tigipko, Leiter des zentralen Wahlstabs Janukowitschs, erklärte gegenüber der Wirtschaftszeitung „Wedomosti": „In der Ukraine gewinnt bei den Stichwahlen in der Regel nicht derjenige, der in der 1. Wahlrunde gewonnen hat." Deshalb werde Janukowitsch am 21. November mit einem Vorsprung „von mindestens drei bis vier Prozent gewinnen". Vom heutigen Tag an ist die Agitation der Stichwahlkandidaten wieder gestattet.

Am Vortag kam plötzlich die Nachricht, dass Russlands Präsident Wladimir Putin am kommenden Freitag auf die Krim (Autonomie im Bestand der Ukraine) kommen wird. Die Zeitung „Kommersant" erhielt am Mittwoch eine Bestätigung dieser Information im Ministerrat der Krim. In der Regierung der Krim wurde angenommen, dass der Besuch in einem direkten Zusammenhang mit den Wahlen in der Ukraine steht. Quellen in der Administration des ukrainischen Präsidenten sind der Auffassung, dass Putin mit dem ukrainischen Präsidenten Kutschma und dem Premier Janukowitsch zusammentreffen wird.

Am 28. Oktober, drei Tage vor der ersten Wahlrunde, hatte Wladimir Putin bereits die Ukraine besucht: Er sprach in drei ukrainischen Fernsehsendern, was von vielen als Wahlagitation aufgenommen wurde.

Russlands Experten, die von der „Wedomosti" befragt wurden, sind der Auffassung, dass Juschtschenkos Sieg in der 1. Wahlrunde eine Spaltung in dem Teil der politischen und der Geschäftselite der Ukraine bedeutet, die anfangs auf eine Unterstützung Janukowitschs orientiert waren, während der Russland-Faktor dem Premier keine zusätzlichen Punkte in der 2. Wahlrunde bringen würde.

Stanislaw Belkowski, Präsident des Instituts für nationale Strategie, ist überzeugt, dass die Stimmenzählung in Wirklichkeit „noch vor einer Woche abgeschlossen wurde, die ‚offiziellen Ergebnisse' wurden aber nicht bekanntgegeben, bis Konsultationen zwischen allen interessierten Seiten und Präsident Kutschma darüber abgeschlossen waren, wer zum Sieger erklärt werden soll". Laut der Version Belkowskis sei Kutschma daran interessiert, dass der künftige Präsident - ob Juschtschenko oder Janukowitsch - politisch maximal geschwächt wird. (RIA)

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