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25-04-2005 Ukraine
Lukoil senkt vorübergehend Benzinpreise in Ukraine
Die Verhandlungen mit russischen Ölunternehmen über die Herabsetzung der Einzelhandelspreise für die Brennstoffe endeten mit einem Zwischensieg der ukrainischen Behörden. TNK-BP und Lukoil kamen der ukrainischen Regierungschefin Julia Timoschenko entgegen und erklärten ihre Bereitschaft, im April und Mai Benzin zu niedrigen Preisen zu verkaufen, teilt die "Iswestija" mit.

Dies sei aber eine provisorische Maßnahme, gab Lukoil-Chef Wagit Alekperow bei den Verhandlungen zu verstehen, weil die vom Wirtschaftsministerium der Ukraine empfohlenen Preise seinem Unternehmen Verluste in Höhe von mehr als drei Millionen Dollar im Monat bringen.

Vor dem Treffen mit den Ölunternehmern hatte Timoschenko diese vor ukrainischen Abgeordneten, denen sie über die Krise auf dem Brennstoffmarkt berichtete, nahezu wie Menschenfresser geschildert. "Sie wollen ihre Hand nicht am Puls, sondern am Hals halten", erklärte sie vor dem Parlament. Allem Anschein nach verlief das Gespräch mit der Leitung von TNK-BP und Lukoil gespannt. "Unser Unternehmen ist ein gesetztreues Wirtschaftssubjekt in der Ukraine", erklärte Alekperow nach den Verhandlungen. "Wir können nicht gegen Gesetze verstoßen, die auf dem Territorium dieses Landes gelten." Nach seinen Worten kam Lukoil den ukrainischen Behörden entgegen und ließ auf den Lukoil-Tankstellen in der Ukraine die vom ukrainischen Wirtschaftsministerium vorgeschriebenen Preise gelten.

Zugleich handle es sich um ein provisorisches Zugeständnis für die ukrainischen Behörden, betonte der Lukoil-Präsident. Im April und Mai könne sich die Firma das leisten, später aber würden die Unternehmen diese Preisbildung nicht durchhalten können. Voraussichtlich wird man die Belastung der Ölraffinerie in Odessa einschränken müssen, fügte er hinzu.

Der TNK-BP-Chef in der Ukraine, Alexander Gorodezki, war noch kategorischer. Bei dem Treffen mit Timoschenko erklärte er, dass die Preise an den Tankstellen seines Unternehmens erst vom 1. Mai an niedrig sein werden. Eine Einigung für eine weitere Perspektive konnte nicht erzielt werden, weil die Seiten "beträchtliche konzeptuelle Unterschiede in ihren Vorstellungen vom Marktmodell für die Erdölprodukte in der Ukraine haben", zitierte der TNK-BP-Pressedienst Gorodezki.

Offenbar wird sich Timoschenko noch mehrmals mit den Ölunternehmern treffen müssen: Am Freitag wurde bekannt, dass das ukrainische Wirtschaftsministerium die niedrigen Brennstoffpreise bis zum 1. Juni bewahren möchte. (RIA)

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