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21-04-2005 Ukraine
Ukraine wird in Vilnius kaum angeboten, der NATO beizutreten
In der Sitzung der Kommission "Ukraine - NATO", die am Donnerstag im Rahmen des informellen Treffens der Chefs der Außenministerien Russlands und der Ukraine sowie der NATO stattfindet, wird der Ukraine wohl kaum angeboten werden, der NATO beizutreten.

Diese Meinung äußerte Sergej Rogow, Direktor des Instituts für USA und Kanada der Russischen Akademie der Wissenschaften, auf einer Pressekonferenz in der RIA Nowosti.

"Vor dem für den 21. April geplanten informellen Treffen der Außenminister der Russischen Föderation, der Ukraine und der NATO in Vilnius wurde davon gesprochen, dass auf diesem Treffen offiziell der Beschluss gefasst werden könnte, der Ukraine und einigen anderen Mitgliedsländern der GUS den NATO-Beitritt anzubieten", sagte Sergej Rogow.

"Ich glaube aber, dass das nicht geschehen wird. Bei der ganzen Kritik an Russland, die aus Washington zu hören ist, bei der ganzen Euphorie, die mit der ‚orange Revolution' in der Ukraine zusammenhängt, bewertet die Administration von Bush alles vorsichtiger und nüchterner", erklärte Rogow.

"Jedenfalls hat Russland als Partner der USA und Partner der NATO potentiell einen viel größeren Wert als zum Beispiel Georgien und die Ukraine", betonte er.

"In solchen Fragen wie der Kampf gegen den Terrorismus, die Nichtweitergabe von Massenvernichtungswaffen und die Stabilisierung der Situation in Zentralasien und im Nahen Osten kann sich Russland um ein Mehrfaches nützlicher als die in die NATO aufgenommenen Georgien und Ukraine erweisen", vermerkte der Experte.

Aus Rogows Sicht sind Russland und die USA nach wie vor bestrebt, die bilaterale Partnerschaft zu festigen.

"Der Russland-Besuch von US-Außenministerin Condoleezza Rice und der bevorstehende Besuch von Präsident George Bush im Zusammenhang mit der Begehung des 60. Jahrestages des Sieges geben Grund, davon zu sprechen, dass in den nächsten vier Jahren die Möglichkeit besteht, stabile Partnerschaftsbeziehungen zwischen den beiden Ländern aufzubauen", sagte der Politologe.

"Die Erfüllung des bilateralen Dialogs zu einer ganzen Reihe von Fragen mit praktischem Inhalt tritt jedoch auf der Stelle", meint er.

"Ich habe den Eindruck bekommen, dass die am 11. September 2001 unseren Beziehungen gegebenen Impulse in erheblichem Maße erschöpft sind", sagte Rogow.

In diesem Zusammenhang seien die Moskau Besuche von Rice und Bush berufen, die zwischenstaatlichen Beziehungen mit neuem Inhalt zu erfüllen, meint der Politologe. "Anderenfalls werden die Beziehungen auf der Stelle treten", sagte er zum Abschluss. (RIA)

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