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20-04-2005 Ukraine
Russische Ölunternehmer bitten Regierungschef um Schutz ihrer Geschäfte in Ukraine
Russische Ölunternehmen haben sich an Premier Michail Fradkow mit der Bitte gewandt, ihre Geschäfte in der Ukraine zu schützen, berichtet die "Gaseta" am Mittwoch.

Die ukrainische Ministerpräsidentin Julia Timoschenko hatte nämlich Lukoil, TNK-BP und Tatneft, die mehr als 60 Prozent des Brennstoffmarkts im Lande kontrollieren, ein Komplott vorgeworfen, das zu einem Anstieg der Benzinpreise geführt hätte.

Das ukrainische Antimonopolkomitee leitete am Vortag ausgehend von Merkmalen eines Komplotts zwischen russischen Ölunternehmen ein Verfahren ein. Sollten die Beamten eine Gesetzverletzung beweisen, droht den Ölunternehmen eine Strafe von zehn Prozent ihres Gewinns von 2004. Angesichts der Einkommen der Unternehmen aus dem Brennstoffhandel in der Ukraine, würde ein jedes davon mehrere Dutzend Millionen Dollar zahlen müssen.

In diesem Jahr versprachen die Unternehmen, 600 000 Tonnen Dieseltreibstoff für 460 Dollar pro Tonne (um 100 Dollar unter dem maximalen Preis in der Ukraine) an die ukrainischen Landwirtschaftsbetriebe zu liefern. Die ukrainischen Beamten setzten aber ihre Kampagne gegen die russischen Holdings fort. Die Ölunternehmen entschlossen sich dann zu extremen Maßnahmen: Die Firma TNK-BP setzte den Benzinverkauf an ihren Tankstellen in der Ukraine aus. Ähnliche Aktionen wurden von anderen Unternehmen versprochen.

Die Ölunternehmer glauben aber nicht, dass sich diese Maßnahmen als wirksam erweisen würden. Lukoil, TNK-BP, Tatneft und die Gruppe Allianz richteten einen Brief an den russischen Premier, in dem sie ihn baten, sich bei den bevorstehenden Verhandlungen mit Timoschenko für sie einzusetzen. Das für den vergangenen Freitag geplante Treffen zwischen den Regierungschefs wurde allerdings verschoben, ein neuer Termin für den Moskau-Besuch von Frau Timoschenko steht vorerst nicht fest.

Wie Jewgeni Suworow, Leiter der analytischen Abteilung der Bank Zenit, erklärte, sollten die Ölunternehmer nicht darauf hoffen, dass Fradkow ihre Probleme lösen würde. Zugleich ist die Lage, in die die Ölgesellschaften geraten sind, keinesfalls ausweglos. Die ukrainische Regierung beschloss zwar ein Verbot für die Ölausfuhr aus dem Land in diesem Jahr. Das Verbot gilt auch für Dieseltreibstoff und Benzin, allerdings nur für April und Mai sowie für August und September. Die Ölfirmen würden von dieser Hintertür Gebrauch machen und die Ölprodukte in den Monaten ausführen, für die das Verbot nicht gilt, meint Suworow. (RIA)

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