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14-04-2005 Ukraine
Wird Ukraine das für Russland bestimmte turkmenische Gas abkaufen?
Im Vorfeld des Turkmenien-Besuchs einer Delegation des Konzerns Gasprom sind einige Einzelheiten des Entwurfs eines Abkommens zwischen der Ukraine und Turkmenien über die Lieferungen in den Jahren 2006 bis 2026 bekannt geworden.

Wie "Kommersant" erfuhr, soll Turkmenien laut dem Dokument 50 bis 60 Milliarden Kubikmeter Gas im Jahr an die Ukraine verkaufen.

Wird der Entwurf in der jetzigen Form unterzeichnet werden, wird er unweigerlich mit dem bereits bestehenden Vertrag zwischen Russland und Turkmenien in Widerspruch kommen, der für 2007 den Verkauf von 60 bis 70 Milliarden Kubikmeter Gas durch Turkmenneftegas an Gasprom vorsieht. 2008 soll dieser Umfang 63 bis 73 Milliarden und ab 2009 zwischen 70 und 80 Milliarden Kubikmeter betragen, schreibt die Zeitung am Donnerstag.

Die offizielle Statistik der Gasförderung in Turkmenien widerspricht damit dem realen Lieferumfang. Laut den russischen Angaben belief sich der turkmenische Gasexport 2004 auf 58,5 Milliarden Kubikmeter, wobei die Förderung langsam zurückgeht. Selbst unter Berücksichtigung des von Turkmenien angekündigten Wachstums der Gasförderung schon 2006 würde Turkmenneftegas die gesamte Fördermenge keinesfalls ausreichen, um beide Verträge zu decken.

Im Abkommensentwurf zwischen der Ukraine und Turkmenien heißt es auch, dass der Operator des Gastransits über das Territorium Russlands (heute ist das ein schweizerisches Joint Venture der Gasprombank und des Unternehmens RaiffeisenInvest - die Firma RosUkrEnergo) ausschließlich von der ukrainischen Seite bestimmt wird.

Außerdem sieht das Abkommen die Möglichkeit der Gründung eines Konsortiums für den Bau einer neuen Pipeline über das Territorium Turkmeniens, Kasachstans, Russlands und der Ukraine im Interesse eines direkten Exports von turkmenischem Gas in die EU vor. All das ist für den Konzern Gasprom keinesfalls einträglich.

Das Hauptziel Turkmeniens besteht darin, die Einnahmen aus dem Gasexport zu erhöhen. Die Ukraine hat bereits gezeigt, dass sie für das Gas mehr zu zahlen bereit ist als Russland. Im Januar 2005 stimmte die Ukraine dem neuen Lieferpreis von 58 Dollar für 1000 Kubikmeter statt bisher 44 Dollar zu. Im Januar stellte Turkmenneftegas seine Lieferungen an Gasprom ein und formulierte die gleiche Forderung, Gasprom lässt sich aber vorerst nicht erpressen.

Turkmeniens Handlungen seit dem Beginn dieses Jahres können nicht anders als ein Druck auf Gasprom im Interesse einer Revision der bereits bestehenden Abkommen gewertet werden. (RIA)

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