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03-11-2004 Ukraine
Russische Politologen prognostizieren Viktor Janukowitschs Sieg bei der Stichwahl in der Ukraine
Die russischen Politologen sind der Ansicht, dass der amtierende Regierungschef Viktor Janukowitsch bei der Stichwahl zum Präsidenten der Ukraine gewählt wird. „Ich denke, dass Janukowitsch gewinnen wird", sagte der Präsident des Fonds Politika, Wjatscheslaw Nikonow, am Mittwoch in Moskau.

Die Wahlkampagne in der Ukraine dürfte stürmisch zu Ende gehen.

Sergej Markow, Direktor des Instituts für politische Studien, ist der Ansicht, dass Janukowitschs Sieg unter anderem davon abhängen wird, für wen die Kommunisten und Sozialisten stimmen werden. Auch die Wahlbeteiligung im Osten und Süden sowie die Lösung des Problems der Verfassungsreform im Lande würden ausschlaggebend sein.

„Die Hauptreserve Janukowitschs besteht darin, die Wahlbeteiligung im Osten und im Süden des Landes zu erhöhen und die Verfassungsreform schneller in Angriff zu nehmen. Sie wird es Janukowitsch gestatten, den Druck anderer Bevölkerungsschichten zu mildern", fuhr Markow fort.

Sozialistenführer Moros sei Anhänger der Verfassungsreform. Sollte diese durchgeführt werden, werden Moros' Wähler für Janukowitsch stimmen. „Zwei Drittel der Wähler, die für Moros gestimmt haben, wird Juschtschenko auf sich vereinigen. Ein Drittel geht an Janukowitsch. Janukowitsch könnte auch mit zwei Dritteln der Stimmen des Kommunistenchefs Simonenko rechnen, während Juschtschenko nur ein Drittel davon erhalten wird", sagte Markow.

Der Direktor des Instituts für die Länder der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS), Konstantin Satulin, meinte, dass Janukowitsch auch deshalb mehr Stimmen erhält, weil er sich bereit erklärt hat, den Status der russischen Sprache in der Ukraine zu unterstützen. „Das ist nicht sosehr für Russland, sondern vielmehr für die russischsprachige Minderheit in der Ukraine wichtig", bemerkte Satulin.

Zugleich schließen Politologen ein Szenario wie in Tiflis oder Belgrad nicht aus. „Versuche, eine ‚Kastanien'-Revolution nach dem Beispiel der Rosenrevolution in Georgien oder eine andere Revolution durchzuführen, sind unvermeidlich. Sie wurden allerdings auf den Tag der Stichwahl verschoben", sagte Satulin. (RIA)

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