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23-03-2005 Ukraine
GUUAM - keine Alternative für Russland
Die Bemühungen der Ukraine und Georgiens um die Reanimierung der GUUAM (Georgien, Ukraine, Usbekistan, Aserbaidschan und Moldawien) sind kein Gegengewicht zu Russland und den Integrationsprojekten im GUS-Raum.

Diese Auffassung vertrat der Direktor der internationalen Programme des Ukrainischen Zentrums für politische und ökonomische Forschungen, Valeri Tschaly, am Mittwoch gegenüber der RIA Nowosti.

"Der Versuch, die GUUAM zu reanimieren, ist eher auf die neuen Möglichkeiten für das Zusammenwirken in der Sphäre der Wirtschaft und der Sicherheit in der Schwarzmeer- und Kaspi-Region zurückzuführen, die in den letzten Jahren eingefroren waren", meinte Tschaly. Unter den vorrangigen Aufgaben der Organisation nannte der Experte Fragen des Transports von Energieträgern, der Mobilisierung neuer Investitionen sowie der Stabilisierung der innerpolitischen Situation in den Mitgliedsländern der Vereinigung.

Zu erwarten ist, dass Fragen der Erweiterung der Funktionen der GUUAM eines der Themen der Verhandlungen zwischen Viktor Juschtschenko und Michail Saakaschwili bei dem am Donnerstag beginnenden Besuch des georgischen Präsidenten in Kiew sein werden.

Nach Ansicht des Experten stehen die Perspektiven der Vereinigung im Zusammenhang mit der Anbahnung der Zusammenarbeit mit der Europäischen Union. "Die Orientierung an den europäischen Werten gehört zu den Prioritäten der GUUAM-Mitgliedsländer", sagte Tschaly. In diesem Zusammenhang könnte die Ukraine kraft ihrer geopolitischen Lage, ihres Wirtschaftspotentials und ihrer "klaren Orientierung am europäischen Entwicklungsmodell" zu einem "Motor" der Organisation werden.

Nach Meinung der Leiterin der Programme zur Entwicklung der Zivilgesellschaft des Ukrainischen unabhängigen Zentrums für politische Forschungen, Julija Tischtschenko, wurde die GUUAM 1997 ins Leben gerufen, weil es "im Rahmen der GUS faktisch unmöglich war, Fragen der zwischenstaatlichen Zusammenarbeit zu lösen".

In einem Interview mit der RIA Nowosti verwies die Expertin darauf, dass die Mitgliedsländer der GUUAM es seither nicht bewerkstelligt haben, eine regionale freie Handelszone zu schaffen, den gegenseitigen Warenumsatz zu vergrößern und die ehrgeizigen Vorhaben im Bereich der Energiewirtschaft zu verwirklichen.

"Die Ukraine und die anderen Mitgliedsländer der GUUAM haben jetzt gewisse Chancen, um diese Struktur zu reanimieren, obwohl die Positionen von Usbekistan und Aserbaidschan bisher unklar sind. Doch das Projekt könnte auch im Kontext der Einbeziehung weiterer Länder außerhalb des postsowjetischen Raums erneuert werden", so die Expertin. (RIA)

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