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20-03-2005 Ukraine
Putin in der Ukraine – Russland wirbt um Wirtschaftsgemeinschaft
Der russische Prädident Wladimir Putin hat am Samstag erstmals seit der orangenen Revolution in der Ukraine die frühere Sowjetrepublik besucht.

Nach einem Gespräch mit seinem ukrainischen Kollegen Viktor Juschtschenko in Kiew sagte Putin, es gebe "selbstverständlich unterschiedliche Auffassungen zu bestimmten Themen". Auch Juschtschenko wies auf Gegensätze hin. Zugleich demonstrierten beide Staatschefs ihren Willen zu einer guten Zusammenarbeit. Zu der von Moskau angestrebten Einbindung der Ukraine in eine Wirtschaftsunion mit Russland äußerte sich Juschtschenko allerdings distanziert.

Juschtschenko lobte Putin für dessen "Offenheit" und für den "Pragmatismus" der bilateralen Beziehungen. Kiew und Moskau unterhielten "langjährige strategische Beziehungen", sagte der ukrainische Präsident. Putin bewertete seinen Besuch in Kiew als "wichtig". Die Ukraine und Russland "sollten nicht ihr bisheriges Beziehungsniveau verlieren", sagte er.

Putin: Wirtschaftsunion mit Russland schadet Kiews EU-Chancen nicht

Der russische Präsident warb für die Teilnahme der Ukraine an einer Wirtschaftsunion mit Russland, Weißrussland und Kasachstan. Diese würde die Chancen auf einen EU-Beitritt der Ukraine nicht schmälern, betonte Putin laut der Nachrichtenagentur Interfax nach einem Treffen mit der ukrainischen Regierungschefin Julia Timoschenko. "Es geht die falsche Vorstellung um, dass eine freie Wirtschaftszone in eine Richtung führt und die EU in eine andere".

Juschtschenko sagte, Russland und die Ukraine seien bei dem Thema "noch im Verhandlungsstadium". "Das wichtigste für uns ich die Schaffung einer Freihandelszone", sagte der ukrainische Präsident. Dies sei "die wichtigste Antwort" auf "Ungleichgewichte im Handel".

Der frühere ukrainische Präsident Leonid Kutschma hatte der geplanten regionalen Wirtschaftsgemeinschaft bereits zugestimmt, sein Nachfolger lehnt sie jedoch ab, da er um die Aussichten einer EU-Kandidatur fürchtet. EU-Vertreter haben der Ukraine bereits signalisiert, dass sie eine Mitgliedschaft in beiden Gemeinschaften für unvereinbar halten.

bei russland.RU
Schwerpunkt – Ukraine
Putin leistete mit seiner Visite in Kiew einen Gegenbesuch: Juschtschenko war am 4. Januar, kurz nach seiner Wahl zum Präsidenten, als Zeichen des guten Willens in die russische Hauptstadt gereist. Das Verhältnis zwischen den Nachbarländern ist seit der jüngsten Präsidentschaftswahl in der Ukraine nicht frei von Spannungen: Putin hatte bei der später wegen Wahlbetrugs annullierten Stichwahl um die Präsidentschaft offen den pro-russischen Kandidaten Viktor Janukowitsch unterstützt. Juschtschenko führte die friedlichen Massenproteste gegen das Moskau-treue Lager an, die später als orangene Revolution bezeichnet wurden.

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