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16-03-2005 Ukraine
Beresowski will ukrainisches Einreisevisum bekommen
Platon Jelenin, der früher in Ungnade gefallene russische Oligarch Boris Beresowski, hat vor einer Woche ein ukrainisches Einreisevisum beantragt. Wie die "Rossijskaja gaseta" am Mittwoch berichtet, hat Beresowski offenbar vor, zum Zeitpunkt des für den 19. März geplanten Ukraine-Besuchs des russischen Präsidenten Wladimir Putin in Kiew aufzutauchen.

Jetzt wird in Kiew gegrübelt, ob das Visum an Beresowski erteilt werden solle oder nicht. Nikolai Totschizki, Chef des Konsularamtes des Außenministeriums der Ukraine, gibt allerdings zu verstehen, Jelenin werde nicht in die Ukraine gelassen, solange sich Putin dort aufhält.

Wie Beresowski behauptet, verfolge sein Ukraine-Besuch wirtschaftliche Interessen. Diese könnten die Hütten- und die Kohleindustrie betreffen, in denen eine Reprivatisierung angekündigt wurde.

Formell kann man Beresowski die Einreise nicht verweigern. Wie der ukrainische Justizminister Roman Swaritsch feststellte, bestehe kein Grund dazu: Sollte er nicht in das Land gelassen werden, so müssten auch mehrere russische Politiker zu persona non grata erklärt werden. Dazu noch will kein Beresowski, sondern ein gewisser Herr Jelenin in die Ukraine, eine Person, die in keine Affären verwickelt ist. Immerhin ist das Strafverfahren in Russland gegen Beresowski eingeleitet worden, während an Jelenin nichts auszusetzen ist.

Nach Ansicht ukrainischer Politologen würde ein Ukraine-Besuch Beresowskis die Beziehungen zwischen Kiew und Moskau erschweren.

Aber auch die ukrainische Macht freut sich höchstwahrscheinlich kaum über diesen Besuch. Immerhin hatte Beresowski den früheren Major der ukrainischen Staatsschutzbehörde Nikolai Melnitschenko in Schutz genommen, der 700 Stunden Tonaufnahmen besitzt, welche illegal im Arbeitszimmer von Präsident Leonid Kutschma gemacht wurden. Bisher wurde nur ein kleiner Teil dieser Aufnahmen veröffentlicht. Der größte Teil, der die jetzigen Politiker betrifft, könnte jetzt publik gemacht werden. Wenn Beresowski die Aufnahmen bekommt, hat er die Vergangenheit der jetzigen ukrainischen Macht faktisch unter seiner Kontrolle. Denn in seinem Arbeitszimmer hatte Kutschma sowohl den jetzigen ukrainischen Präsidenten Viktor Juschtschenko als auch die Regierungschefin Julia Timoschenko empfangen, stellt die Zeitung fest. (RIA)

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