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15-03-2005 Ukraine
Ehemaliger ukrainischer Innenminister wurde in Selbstmord getrieben
Der frühere Innenminister der Ukraine Juri Krawtschenko ist zum Selbstmord getrieben worden. Diese Ansicht vertrat der ukrainische Parlamentspräsident Wladimir Litwin am Dienstag in einem Interview für die Kiewer Zeitung "Stolitschnyje Nowosti" (Nachrichten der Hauptstadt), meldete die Nachrichtenagentur Nowosti-Ukraina.

"Von der Position eines einfachen Bürgers aus denke ich, dass Juri Krawtschenko gezielt in den Selbstmord getrieben wurde, damit niemand mehr für Versionen verantwortlich sein würde, die die Rechtsschutzorgane der Gesellschaft heute so aufdringlich aufzwängen. Denn nur das Gericht kann die Schuld oder Unschuld eines Menschen bestimmen. Aber das, was sich bei uns tut, ähnelt eher einer Lynch-Justiz", sagte der Parlamentspräsident.

Am 4. März 2005 war Krawtschenkos Leiche mit zwei Schusswunden am Kopf auf seiner Datsche bei Kiew aufgefunden worden. Am selben Tag sollte Krawtschenko bei der Generalstaatsanwaltschaft der Ukraine im Fall Gongadse aussagen.

Georgi Gongadse, Chefredakteur der oppositionellen Internet-Ausgabe "Ukrainska Prawda", war am 16. September 2000 in Kiew verschwunden. Es wurde ein Ermittlungsverfahren nach den Artikeln "Verschwinden" und "Mord" eigeleitet. Die Untersuchung dauert immer noch an.

Anfang November 2000 wurde in einem Wald bei Kiew eine enthauptete Leiche entdeckt, die nach Auffassung von Experten Gongadses Leiche ist.

Am 28. November 2000 gab der Leiter der Parlamentsfraktion der Sozialistischen Partei der Ukraine, Alexander Moros, im Parlament den Inhalt von Tondbandaufzeichnungen bekannt, die angeblich im Arbeitszimmer des damaligen Präsidenten Leonid Kutschma von dessen Leibwächter Nikolai Melnitschenko gemacht worden waren.

Auf den Tonbändern sind Stimmen zu hören, die denen von Kutschma, des damaligen Chefs der Präsidialverwaltung, Wladimir Litwin, von Innenminister Juri Krawtschenko und dem Sicherheitschef Leonid Derkatsch ähneln und unter anderem über Gongadse sprechen. (RIA)

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