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15-03-2005 Ukraine
Von Investitionsattraktivität der Ukraine noch keine Rede
Es sei noch zu früh, von einer Investitionsattraktivität der Ukraine zu sprechen, finden Experten von Investmentgesellschaften, die die RIA Nowosti vor einem Ukrainischen Investitionssymposium befragte. Dieses wird am Dienstag in London eröffnet.

Die Ukraine befinde sich erst in der Periode der Entwicklung eines Investitionsklimas, und es wäre etwas verfrüht, Expertenschätzungen abzugeben, sagte Nikolai Podlewskich von der Investmentgesellschaft "Zerich". "Möglicherweise wird sich die Situation in einem halben Jahr stabilisieren, dann wird klar sein, inwiefern diese Märkte für Russland und den Westen attraktiv für Investitionen sind", erläuterte der Experte.

"Vorläufig fällt es schwer, von ernst zu nehmenden Veränderungen des Investitionsklimas in der Ukraine zu sprechen", meint Valeri Wajsberg von der Unternehmensgruppe "Region". Er weist auf Folgendes hin: Falls die Reformen und die Handlungen zum Ordnen des Wirtschaftslebens im Lande auf eine Neuaufteilung des Eigentums hinausliefen, sei das noch nicht genug.

Nach Wajsbergs Meinung könnten die Investitionsbedingungen in der Ukraine besser werden als in Russland, wenn Juschtschenkos Pläne zur Integration in die Europäische Union realisiert werden würden. "Der Weg zur Vervollkommnung der Gesetze, der Verbesserung der Rechtspraktiken und der Liberalisierung der Wirtschaft ist dornig, und die Ukraine steht erst an seinem Anfang", sagte Wajsberg. Er erinnerte daran, dass die Ukraine der WTO noch ebenso wenig beigetreten sei wie Russland.

"Die Äußerungen über eine Revision der Privatisierung und die Beanstandungen gegenüber Kutschma sind wenig schön und schaffen Spannungen", fügte Podlewskich hinzu.

Nach seiner Ansicht würden sowohl russische als auch ausländische Investoren der Ukraine eine Zeitlang vorsichtig gegenüberstehen.

Vorläufig sei das heutige führende Team des Landes kaum als einheitlich zu bezeichnen, auch seine Arbeitsfähigkeit lasse sich schwer beurteilen, meint Wajsberg. Er erinnerte daran, dass im März 2006 in der Ukraine Parlamentswahlen stattfinden sollen, deshalb "wird ein vorläufiges Fazit aus der Tätigkeit Viktor Juschtschenkos buchstäblich schon in einem Jahr gezogen werden".

Wie Alexej Nowikow, analytischer Direktor der Agentur "Standard & Poor's" in Russland, in der vergangenen Woche erklärte, müsse die Reprivatisierung in der Ukraine möglichst schnell und äußerst offen vor sich gehen, denn die Durchführung solcher Maßnahmen durch die Regierung der Ukraine schaffe Spannungen im Lande, ähnlich denen um den Fall "Yukos" in Russland.

"Welche Motive der Reprivatisierung auch zugrunde liegen mögen, für die Investoren ist das ein Problem, und die Investoren zeigen dabei äußerste Nervosität", meint der Vertreter der Agentur.

Wie Nowikow sagte, wirke sich auf das Kredit-Rating der Ukraine der Umstand aus, dass ihr "seit langem der Geruch einer politischen Instabilität anhaftet", und die Kampagne der Reprivatisierung sei "ebenfalls ein Risikofaktor, und zwar ein sehr ernster".

Gegenwärtig befindet sich das souveräne Rating der Ukraine in Bezug auf die Verbindlichkeiten in Auslands- und Landeswährung gemäß der S&P-Skala auf der Ebene "B+" mit stabiler Prognose. Das Rating wurde am 27. Juli 2004 zuerkannt. (RIA)

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