russland.RU berichtet in Wort und Bild aus Russland und über Russland. Ungebunden, unabhängig und überparteilich. Ohne Vorurteile und Stereotypen versucht russland.RU Hintergründe und Informationen zu liefern um Russland, die Russen und das Leben in Russland verständlicher zu machen. Da wo die großen Verlage und Medienanstalten aufhören fängt russland.RU an.


Archiv:
2003   2004   2005   2006   2007   2008   2009   2010   2011   2012   2013


09-03-2005 Ukraine
Jurist Adrej Fedur vermutet Ermordung des ukrainischen Ex-Innenministers Krawtschenko
Ex-Innenminister Juri Krawtschenko, der am vergangenen Freitag mit zwei Schusswunden am Kopf tot auf seiner Datscha aufgefunden wurde, ist ermordet worden. Diese Meinung äußerte Andrej Fedur, Anwalt der Mutter von Georgi Gongadse, Lesja Gongadse, gegenüber der Agentur "Nowosti - Ukraina".

"Ich bin überzeugt, dass es sich um einen regelrechten Mord handelt", sagte der Jurist.

"Es entsteht der Eindruck, dass auch dann von einem Selbstmord gesprochen worden wäre, wenn es nicht zwei, sondern drei oder vier Schüsse gegeben hätte", fügte er hinzu.

"Die Zeitspanne zwischen beiden Schüssen war sehr gering. Ich möchte zu gern in die Augen der gerichtsmedizinischen Experten sehen, die die Reihenfolge der Körperverletzungen mit einer solchen Leichtigkeit und so schnell ermitteln. Trotz alledem zweifelt irgendwie niemand daran, dass Krawtschenko sich ins Kinn und dann in die Schläfe geschossen habe. Denn andernfalls müsste die auf Selbstmord laufende Version entschieden abgelehnt werden", meinte Fedur.

Der Anwalt führte ein weiteres Argument für die Version des Mordes an Krawtschenko an.

"Für Krawtschenko wurde in der Kirche eine Totenmesse zelebriert, was für Selbstmörder nicht getan wird. Ich glaube nicht, dass dies den Geistlichen völlig egal wäre. Ist das doch einer der strengsten Kirchenkanons. Das ist zwar kein rechtliches Argument, aber trotzdem", betonte Fedur.

Nach Meinung des Anwaltes ist der Mord an Krawtschenko für diejenigen nützlich, "die den Mord an Gongadse auf den Ex-Minister abwälzen wollen".

Wie Fedur meinte, "kann der Mord an Gongadse heute noch nicht als aufgeklärt angesehen werden".

"Ein Verbrechen darf nicht durch bloße Erklärung des Generalstaatsanwaltes als aufgeklärt gelten", sagte der Anwalt gegenüber der Agentur "Nowosti - Ukraina".

"Dieser Mord kann erst dann als aufgeklärt angesehen werden, wenn der Kopf von Georgi Gongadse gefunden und das Strafverfahren nicht nur gegen die Täter, sondern auch gegen die Besteller und Organisatoren ans Gericht verwiesen worden ist und das Anklageurteil Gesetzeskraft erlangt hat", betonte Fedur.

Der Chefredakteur der oppositionellen Internet-Zeitung "Ukrainskaja Prawda", Georgi Gongadse, war am 16. September 2000 in Kiew verschwunden. Zu dem Fall wurde ein Ermittlungsverfahren nach den Artikeln "Vermisst" und "Mord" eingeleitet.

Anfang November 2000 wurde in einem Wald im Gebiet Kiew eine Leiche ohne Kopf entdeckt, bei der es sich nach Meinung von Experten um den vermissten Journalisten handelte.

Der Generalstaatsanwalt der Ukraine, Swjatoslaw Piskun, machte am 2. März klar, dass "der Fall Gongadse" als aufgeklärt zu betrachten sei. Er verwies hierbei auf die Festnahme zweier mutmaßlicher Beteiligter an der Ermordung von Gongadse, die angeblich Geständnisse zu machen begannen. (RIA)

Archiv:
2003   2004   2005   2006   2007   2008   2009   2010   2011   2012   2013