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09-03-2005 Ukraine
Ukrainischer Ex-Offizier des Staatsschutzes sagt im Fall Gongadse aus
Der Ex-Offizier des Staatsschutzes der Ukraine Nikolai Melnitschenko, der angeblich in Kutschmas Arbeitszimmer Gespräche aufgezeichnet hatte, ist bereit,

in die Ukraine zu kommen und sich der Generalstaatsanwaltschaft im Fall des ermordeten Journalisten Gongadse mit Materialien und Aussagen zur Verfügung zu stellen. Das erklärte Vizepremier Nikolai Tomenko, der am 6. und 7. März mit Melnitschenko und dem früheren Parlamentsabgeordneten Alexander Jeljaschkewitsch in Warschau zusammengetroffen war.

"Melnitschenko und Jeljaschkewitsch bestätigten ihre Bereitschaft, in die Ukraine zu kommen, um Dokumente vorzulegen und auszusagen. Sie können auf diese Weise helfen, die Ermittlungen im Mordfall Gongadse abzuschließen", zitiert Tomenkos Pressestelle den Vizepremier.

Tomenko zufolge machen Melnitschenko und Jeljaschkewitsch Garantien für ihre uneingeschränkte Sicherheit zu einer wichtigen Bedingung für die Rückkehr. Außerdem fordern sie neue Ermittlungen im Fall des Anschlages auf Jeljaschkewitsch.

Der Vizepremier teilte mit, dass Melnitschenko und Jeljaschkewitsch während der Begegnung ernsthafte Vorbehalte gegen die Effektivität der Generalstaatsanwaltschaft der Ukraine zum Ausdruck gebracht haben.

"Heute muss nicht nur über Ermittlungen im Fall Gongadse gesprochen werden, sondern auch über den Fall Kutschma", hatten Tomenkos Gesprächspartner beharrt.

Vergangene Woche hatte Generalstaatsanwalt Swjatoslaw Piskun Melnitschenko aufgefordert, in die Ukraine zu kommen und die Originale der Mitschnitte, die von ihm angeblich in Kutschmas Arbeitszimmer gemacht worden waren, zur Verfügung zu stellen. Piskun garantierte dem früheren Offizier des Staatsschutzes umfassende Immunität.

Der Leiter des Internet-Projektes "Ukrainskaja Prawda", Gongadse, verschwand im September 2000. Einen Monat später wurde in der Stadt Taratscha nahe Kiew ein enthaupteter Leichnam entdeckt. Die Justiz ermittelte, dass es sich um Gongadsehandelte.

Auf den so genannten Melnitschenko-Bändern sind Leute mit Stimmen zu hören, die denen von Kutschma und dem verstorbenen früheren Innenminister Juri Krawtschenko ähneln. Sie diskutierten das Verschwinden Gongadses.

Mit der Veröffentlichung der Melnitschenko-Bänder im Oktober 2000 brach eine scharfe politische Krise aus, die für die Aktion der Opposition "Ukraine ohne Kutschma" zum Auslöser wurde. (RIA)

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