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27-02-2005 Ukraine
Alleinstehende Ukrainerin zieht 20 schwarze Adoptivkinder groß
In der ukrainischen Stadt Sumy lebt eine wundervolle Frau - Olga Nenja, die "Negermama" genannt wird. Die 50-jährige Olga hat 27 Kinder, nur vier davon sind ihre eigenen.

Unter den 23 Adoptivkindern gibt es drei Ukrainer, die anderen sind afrikanischer Herkunft, so die russische Wochenzeitung "Argumenty i Fakty".

Das erste Adoptivkind nahm Nenja vor einem Vierteljahrhundert auf, als in einem Fernsehreport aus einem Kinderheim ein kleiner Junge, der von Geburt aus nur einen Arm hatte, gezeigt wurde. Olga berief den Familienrat ein und erklärte, dass sie nicht weiter im Betrieb arbeiten wolle, da sie in Wirklichkeit zur Mutter geschaffen worden sei (Nenja heißt aus dem Ukrainischen übersetzt Mutter). Ihrem Mann sagte sie: "Wenn es im Haus Platz für drei Kinder gibt, warum sollte für vier oder fünf kein Platz da sein?" Es war auch tasächlich Platz da.

Eines Tages bemerkte sie im Kinderheim ein kleines Köpfchen mit schwarzem Kraushaar. Das Kind hatte so gut wie keine Hoffnung, Eltern zu finden: Schwarze Kinder werden in der Ukraine selten adoptiert. In den Kinderheimen werden sie von afrikanischen Studentinnen ausgesetzt, die in der Ukraine in Austauschprogrammen studieren.

"Ich dachte: ‚Warum sollte ich nicht auch solche Kinder aufnehmen?' Diese Kinder haben es im Heim am schlimmsten. Dort werden sie als Neger gehänselt, und ich nenne sie Schokos", erinnert sich Nenja.

Ihr Mann teilte ihre Begeisterung nicht und verließ bald nach der ersten solchen Adoption die Familie. Olga hingegen suchte nach anderen verlassenen "Schokos".

"Alle Kinder im Haus haben Kleidung und Essen, wir haben genug Vorräte aus unserem Garten", sagt Nenja stolz. "Und die Kinder sind nicht verwöhnt, sie mögen sowohl Bananen als auch Speck. Doch teures Spielzeug und Markenkleidung haben wir natürlich nicht." Die älteren, schon berufstätigen Kinder helfen, die Kleinen großzuziehen.

Die Nachbarn haben eine zwiespältige Beziehung zu Nenjas Familie. "Einige denken, dass ich verrückt sei, dass meine Kinder später ein neues Geschlecht zeugen werden, das die ganze Stadt bevölkern wird", erzählt Olga. (RIA)

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