russland.RU berichtet in Wort und Bild aus Russland und über Russland. Ungebunden, unabhängig und überparteilich. Ohne Vorurteile und Stereotypen versucht russland.RU Hintergründe und Informationen zu liefern um Russland, die Russen und das Leben in Russland verständlicher zu machen. Da wo die großen Verlage und Medienanstalten aufhören fängt russland.RU an.


Archiv:
2003   2004   2005   2006   2007   2008   2009   2010   2011   2012   2013


17-02-2005 Ukraine
Zusammenarbeit der Verkehrsministerien Russlands und der Ukraine - gutes Beispiel für alle
Verhandlungen zwischen Russlands Verkehrsminister Igor Lewitin und dem ukrainischen Verkehrs- und Kommunikationsminister Jewgeni Tscherwonenko sind in Moskau mit guten Ergebnissen zu Ende gegangen.

Tscherwonenko weilte an der Spitze einer repräsentativen Delegation führender Repräsentanten der Branche in der russischen Hauptstadt.

Die beiden Minister brachten einen weiten Kreis von Themen und Fragen zur Sprache, die die Realisierung eines im vergangenen Herbst unterzeichneten Konzepts zur Integration der Transportsysteme beider Länder betreffen.

Auf einer Pressekonferenz sagte Lewitin am Vortag, dass Russland ein derartiges Dokument mit keinem anderen Land hat. Seinerseits räumte Tscherwonenko ein, dass eine konstruktive Zusammenarbeit im Verkehr ein gutes Beispiel für Politiker beider Länder liefern könnte.

Zu den konkreten und besonders wichtigen russisch-ukrainischen Transportprojekten gehört die Fährlinie zwischen der Krim und der russischen Schwarzmeerküste (Krim-Kawkas). Bislang wurden alle normativ-rechtlichen Dokumente ausgearbeitet und abgestimmt, die für die Aufnahme der Tätigkeit notwendig sind. Auch Tarife für die Beförderung von Gütern auf der Linie zeichneten sich nach Lewitins Worten ab.

Ausgearbeitet werden jetzt auch ein Regierungsabkommen über den Modus und Bedingungen für den Einsatz von Schiffen in Binnengewässern und ein Abkommen über die Schifffahrt im Asowschen Meer und in der Straße von Kertsch.

In diesem Zusammenhang bekräftigten die Seiten ihren Wunsch, das Transitpotenzial Russlands und der Ukraine durch die Schaffung und Entwicklung des so genannten Großen Wassertransportringes zu erweitern (Rhein - Main - Donau - Schwarzes und Asowsches Meer - Don - Wolga-Don-Kanal - Wolga - Weißmeer-Ostsee-Kanal - Newa - Ostsee).

Vertreter der Branchen beider Länder sind gewillt, die vorhandenen technologischen Schemata des Internationalen Verkerhssystems „Nord-Süd" zu optimieren und zu ergänzen. Es handelt sich um ein Transportsystem zwischen dem Kaspischen Meer, der Wolga, dem Wolga-Don-Kanal, dem Asowschen Meer und dem Schwarzen Meer, das dann mit Binnengewässern Süd- und Zentraleuropas verbunden werden soll.

Bei der weiteren Steigerung des Außenhandelsumsatzes zwischen beiden Ländern, der im vergangenen Jahr bei 16 Milliarden US-Dollar lag, kommt der Zusammenarbeit russischer und ukrainischer Eisenbahner eine große Bedeutung zu. Das betrifft insbesondere die Beförderung von Export- und Transitgütern. Die Eisenbahner beider Länder planen unter anderem, Containerzüge auf der Linie China - Kasachstan - Russland - Ukraine einzusetzen. Zum 15. März soll eine technisch-ökonomische Begründung für eine Senkung der Tarife erstellt werden.

In nächster Zeit soll auch mit der Realisierung eines Projekts zur Einführung eines Eisenbahn-Schnellverkehrs zwischen Moskau und Kiew begonnen werden. Die Seiten stimmten Pläne für Investitionen und Generalüberholung von Lokomotiven und rollendem Material ab. Vervollkommnet wird die Prozedur der Zollabfertigung und der Grenzkontrolle für Passagiere, wozu ein entsprechendes Regierungsabkommen unterzeichnet werden soll. Danach soll die Fahrzeit zwischen den beiden Hauptstädten von derzeit 12 bis 13 auf 9 Stunden sinken.

Abgezeichnet haben sich auch positive Änderungen in der Kooperation bei Lufttransporten und im Kfz-Verkehr. Nach Tscherwonenkos Worten sind große Perspektiven für die Integration von Betrieben des Transportmaschinenbaus beider Länder vorhanden. „Das ist besonders wichtig und rechtzeitig, weil der Transportmaschinenbau beim Beitritt beider Länder zur Welthandelsorganisation (WTO) mehr als die anderen Branchen in Mitleidenschaft gezogen werden könnte", sagte Lewitin.

Im Großen und Ganzen liegt der Schluss nahe, dass die gegenwärtige Diskussion über russisch-ukrainische Transportprobleme von der Wichtigkeit der Kooperation in dieser Sparte für die Wirtschaften beider Länder zeugt. Andererseits bedeutet das eine Kontinuität der Prioritäten, auf die die neue ukrainische Regierung setzt.

Auf seine Vision der Zukunft des künftigen Einheitlichen Wirtschaftsraumes angesprochen, sagte Tscherwonenko, die Ukraine prüfe aufmerksam die Doktrin des Einheitlichen Wirtschaftsraumes. „Man kann sicher sein, dass dabei von Pragmatismus und Patriotismus ausgegangen wird", sagte der ukrainische Minister. „Die gegenwärtige Führung der Ukraine hat nur einen Kurs, der weder proamerikanisch noch prorussisch ist. Dieser Kurs ist proukrainisch", betonte Tscherwonenko.

Welche Schlüsse denn auch gezogen werden mögen, ist die Ukraine nach Tscherwonenkos Worten dazu verdammt, zusammen mit Russland zu leben.

„Mein russischer Amtskollege und ich werden versuchen, unsere Zusammenarbeit etwas voranzutreiben und den gegenseitigen Vorteil als Ziel zu setzen," sagte der ukrainische Minister. (Wassili Subkow, Wirtschaftskommentator der RIA Nowosti).

Archiv:
2003   2004   2005   2006   2007   2008   2009   2010   2011   2012   2013