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15-02-2005 Ukraine
Tschernomyrdin: Keine Gründe für Verschlechterung der Beziehungen Russlands mit der Ukraine
Russlands Botschafter in Kiew, Viktor Tschernomyrdin, teilt nicht die Auffassung, dass sich die Ukraine und deren Landesführung nach der Machtübernahme durch Präsident Viktor Juschtschenko von Russland zu distanzieren begannen.

"Sie beeilen sich zwar mit einigen Schlussfolgerungen, dies sind aber die Kehrseiten der politischen Jugend, das wird vorübergehen", meinte Tschernomyrdin zuversichtlich.

In einem am Dienstag in der "Iswestija" veröffentlichten Interview betonte er, dass er keine Gründe für eine Verschlechterung der bilateralen Beziehungen in der Zukunft sehe.

Als Botschafter und Sonderbeauftragter des Präsidenten Russlands setze er seine Kontakte mit Juschtschenko und der neuen Regierungschefin Julia Timoschenko fort, stellte Tschernomyrdin fest. Dabei würden in erster Linie Wirtschaftsfragen diskutiert.

Auf die Perspektiven des russisch-ukrainischen Gastransportkonsorziums angesprochen, teilte Tschernomyrdin mit, dass dieses Projekt "bereits im Investitionsstadium" bestehe. Jetzt müsse mit dem Bau von Objekten begonnen werden. "Die Arbeit läuft weiter, niemand tritt auf der Stelle", so der Botschafter. "Ich weiß: Die Ukraine braucht das Konsorzium nicht weniger als Russland."

Skeptisch bewertete Tschernomyrdin die Erklärungen der neuen Staatsführung der Ukraine über einen baldigen EU-Beitritt des Landes - er bewertete sie als "leeres Gerede". "Niemandem kann zwar verboten werden, dies zu wünschen", so der Botschafter, die Ukraine selbst sei aber dazu nicht bereit. Das Land könnte frühestens in zehn Jahren EU-Mitglied werden, wenn die jetzige Landesführung nicht mehr an der Macht sein werde. Der Diplomat verwies darauf, dass sich das NATO-Mitgliedsland Türkei seit mehreren Jahren um die EU-Mitgliedschaft bemüht. Das Wichtigste bestehe in der Notwendigkeit, die Lebensbedingungen in der Ukraine den EU-Standards mehr und mehr anzugleichen. "Dann wird die EU selber dieses Land rufen, wenn das notwendig sein wird", so Tschernomyrdin.

Zur Bereitstellung von Mitteln für die Umgestaltung der ukrainischen Armee gemäß den NATO-Standards durch die USA erklärte er: "Die Ukraine entscheidet selbst, ob sie beitreten soll oder nicht und ob sie Hilfe bekommen soll oder nicht." Zugleich äußerte er die Meinung, dass die amerikanische Hilfe nicht "einfach so" bereitgestellt würde: "Man wird sie abarbeiten müssen." (RIA)

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