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12-02-2005 Ukraine
Politische Archäologie und ukrainische Wahl: Oberste Schicht beseitigt
Es ist eine Tatsache, dass Russland die Schlacht um die Ukraine verloren hat. Es bleibt nur zu klären, gegen wen Moskau gekämpft hat. Nach Auffassung einiger Liberaler handelte es sich bei dem Gegner um das ukrainische Volk.

Selbst wenn diese These stimmt, ist das nur eine Hälfte der Wahrheit. Denn die Abstimmungsergebnisse in der West- und in der Ostukraine waren diametral entgegengesetzt.

Die Russen, die von einem Imperium träumen, haben ihre eigene Version parat. Sie sagen, Moskau sei gegen die prowestlichen Stimmungen in der Ukraine vorgegangen. Das stimmt auch, aber nur zum Teil. Den ukrainischen Westen-Fans mangelte es an eigenen Finanz- und Propagandaressourcen, ansonsten hätten sie bereits im ersten Wahlgang gesiegt. Zumal die alte Macht, durch Kutschma vertreten, der Opposition bewusst nachzugeben schien. Auf die Arena wurde bei weitem nicht der beste Kämpfer geschickt. Letztendlich blieb dieser überhaupt ohne Unterstützung.

Die dritte Version: Russland hat in der Ukraine gegen den Westen gekämpft und wurde von diesem deutlich stärkeren Gegner besiegt. Dieser These stimmen die meisten in Moskau zu.

Wegen seines plumpen Handelns in der Ukraine wurde Russland sowohl von seinen eigenen als auch von westlichen Medien durch den Kakao gezogen. Der Westen streitet unterdessen seine Einmischung in die ukrainische Wahl heftig ab. Das ist durchaus verständlich, denn ansonsten würde der demokratische Charakter der „orange Revolution" ziemlich fragwürdig aussehen. Dann sollte die Rede von etwas Anderem sein, und zwar vom Revolutionsexport.

Als RIA Nowosti unter Berufung auf gut informierte Kreise über die zweifelhaften Aktivitäten der OSZE-Vertretung in Kiew berichtet hatte, fühlte sich der Leiter der OSZE-Mission, Herr Nicholas, gekränkt und richtete an die Nachrichtenagentur einen Brief, in dem er schwor, der Westen halte an seiner Neutralität fest und unterstütze bei der Wahl keinen der Kandidaten.
bei russland.RU
Schwerpunkt – Ukraine
Ich antwortete damals dem OSZE-Vertreter, indem ich warnte, dass die Wahrheit nach der Wahl allmählich ans Licht kommen würde.

Nun möchte ich Herrn Nicholas informieren: Es geht los. Die politische Archäologie unterscheidet sich dabei kaum von der konventionellen. Ein Artefakt wird schrittweise freigelegt, wenn der Staub (lies: die Lüge) Schicht um Schicht beseitigt wird. Vorerst sehen wir nur die erste Schicht.

Kürzlich gab die amerikanische PR-Firma Rock Creek Creative zu, bei der Entwicklung der Webseite von Viktor Juschtschenkos Anhängern mitgewirkt zu haben. Zuvor hatte diese Firma der US-Regierung und der CIA Informationsunterstützung geleistet. Das bestätigt die Version vom Exportcharakter der „orange Revolution".

Nun treten auch verschiedene Stiftungen aus dem Schatten, die den Unabhängigkeitsplatz gedüngt hatten. Eine davon ist die Ukraine-USA Foundation, die das Geld für die „orange Revolution" offen gesammelt hatte. „Sie können Ihre Spenden an die Webseite Network for Good überweisen", teilt diese Stiftung ganz unbekümmert mit.

Eine Sünde zuzugeben, bedeutet schon, halb gesund zu werden. Davon ausgehend, ist Russland der Genesung viel näher gekommen als der Westen. Es stellt sich heraus, dass es manchmal nützlicher ist, zu verlieren, als zu gewinnen. (RIA)

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