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10-02-2005 Ukraine
Russischer Parlamentarier: Auf die Ukraine wartet man weder in der Europäischen Union noch in der NATO
Weder in der Europäischen Union noch in der NATO wartet man auf die Ukraine, sagte Konstantin Kossatschow, Vorsitzender des Staatsduma-Ausschusses für internationale Angelegenheiten, mit der ihm innewohnenden Bestimmtheit.

„Vorläufig war eine solche Erklärung auf der Ebene des Verteidigungsministers ertönt. Aber ich bin mir dessen sicher, dass eine analoge Erklärung auch auf der Ebene der Führungsspitze der Ukraine auf sich wird nicht warten lassen", so kommentierte der Parlamentarier die Erklärung des ukrainischen Verteidigungsministers über die Absicht Kiews, dem Nordatlantikpakt beizutreten.

„In der Europäischen Union wartet man auf die Ukraine ganz bestimmt nicht", sagte Kossatschow.

Was die NATO betrifft, so wird der Anschluss der Ukraine an sie nach Meinung Kossatschows einen „großen Kopfschmerzen für das Nordatlantikbündnis" verursachen.

Der Abgeordnete erläuterte, dass erstens ein Problem mit der Umstellung der starken ukrainischen Armee auf NATO-Standards entstehen wird. Zweitens „wird es der Nordatlantikpakt-Organisation schwer fallen, mit dem Bestehen eines ausländischen (russischen) Militärstützpunktes in Sewastopol (Krim) zurecht zu werden, der in Übereinstimmung mit einem russisch-ukrainischen Vertrag bis zum Jahre 2017 funktioniert und wonach die Ukraine reale und wesentliche Mittel bezieht".

„Dieser Stützpunkt bedeutet auch die wichtigste Beschäftigung für viele Ukrainer, die bei seiner Bedienung engagiert sind. Seine Schließung könnte ernsthafte soziale Folgen haben", sagte Kossatschow.

Seiner Meinung nach wird auch die enge Integration der Militär-Industrie-Komplexe Russlands und der Ukraine zu einem Problem werden. „Bis zu 80 Prozent der militärischen Erzeugnisse werden gemeinsam produziert, und nur 20 Prozent stellen die Seiten selbständig her", bemerkte Kossatschow.

Nach seinen Worten werde das ein kolossaler Verlust sowohl für Russland als auch für die Ukraine sein.

„Der Militär-Industrie-Komplex der Ukraine wird auf die Schultern gelegt worden. Kaum wird jemand ihn zu Lasten der NATO wiederaufbauen. Jedenfalls werden weder Frankreich noch die USA daran interessiert sein. Und dies wird sehr wichtige sozialökonomische Folgen haben", sagte Kossatschow.

Der Parlamentarier meint, dass die Ukraine, der Emotionen Herr geworden, den Westen vom Standpunkt der eigenen nationalen Interessen betrachten wird. Auf jeden Fall, bemerkte Kossatschow, kann der Beitritt der Ukraine zur NATO keine voraussichtlichen militärischen Probleme lösen. (RIA)

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