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10-02-2005 Ukraine
Wessen Polittechnologen sicherten Juschtschenkos Wahlsieg?
Die russischen Polittechnologen, die während der Präsidentenwahlen in der Ukraine im Stab von Ex-Premier Viktor Janukowitsch gearbeitet haben, sind dabei auf den Widerstand von Profis eines höheren Niveaus gestoßen.

Diese Meinung äußerte Alexander Oslon, Präsident des russischen Meinungsforschungsinstituts "Obschtschestwennoje mnenije" (Öffentliche Meinung), am Donnerstag in der "Gaseta". Das, was in der Ukraine geschehen ist, war nicht das Ergebnis einer Erleuchtung, sondern eine Etappe in der Entwicklung von Polittechnologien, die bereits in Serbien und Georgien getestet worden waren.

Dabei war die Teilnahme von "Profis eines höheren Niveaus" an den ukrainischen Wahlen bis gestern nicht bestätigt worden. Am Vortag gab aber die bekannte amerikanische PR-Gesellschaft Rock Creek Creative ihre Rolle bei der Entwicklung von Internet-Ressourcen für Viktor Juschtschenkos Anhänger zu. Zuvor hatte sich die Gesellschaft an der informationsseitigen Unterstützung der USA-Regierung und der CIA beteiligt.

Dieses Eingeständnis bestätigte den Verdacht der russischen Offiziellen hinsichtlich der ausländischen Herkunft der "orange Revolution". Nach Ansicht von Analytikern hätten aber die ausländischen PR-Gesellschaften nur eine Hilfsrolle bei der Entwicklung in der Ukraine gespielt. Allein und ohne Volksbewegung hätten sie nichts tun können, meinte Andrej Rjabow, Experte des Moskauer Carnegie-Zentrums.

Nach seiner Ansicht kam es in der Ukraine zu einem fairen Wettkampf zwischen westlichen, ukrainischen und russischen Polittechnologen. Die Letzteren, unter ihnen der Präsident des Fonds für effektive Politik, Gleb Pawlowski, nahmen aktiv an der Kampagne Janukowitschs teil, der vom Kreml eindeutig unterstützt wurde.

Eine PR-Firma kann keine Revolution organisieren, so Igor Bunin, Generaldirektor des Zentrums für politische Technologien. Der Einfluss der Amerikaner auf den Verlauf der Ereignisse in der Ukraine ist stark übertrieben. Nach den Jelzin-Wahlen 1996 in Russland wurde ihnen ebenfalls die Rolle der Organisatoren des Sieges zugeschrieben, obgleich die Effektivität ihrer Arbeit nahezu gleich Null war.

Die Hauptrolle bei der Gewährleistung der PR-Arbeit für Juschtschenko hatten nach Bunins Ansicht ukrainische Polittechnologen gespielt. Eine Bestätigung dafür ist auch die Teilnahme einiger von ihnen an der neuen Regierung. So wurde Nikolai Tomenko, Direktor des Instituts für Politik, zu einem Vizeregierungschef, und Anatoli Grizenko, Präsident des Rasumkow-Zentrums für wirtschaftliche und politische Studien, zum Verteidigungsminister ernannt. (RIA)

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