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05-02-2005 Ukraine
Russische Senatoren rechnen damit, dass Timoschenko eine pragmatische Ministerpräsidentin wird
Die russischen Senatoren bauen darauf, dass die Beziehungen zwischen Russland und der Ukraine nach Julia Timoschenkos Ernennung zur ukrainischen Premierministerin nicht schlechter werden.

Dmitri Mesenzew, Vorsitzender der Komission für Informationspolitik des Föderationsrates, drückte in einem Gespräch mit RIA-Nowosti-Korrespondenten die Hoffnung aus, dass Timoschenko Schritte zur Entwicklung des einheitlichen Wirtschaftsraumes der vier Länder (Russland, Weißrussland, Ukraine und Kasachstan) unternehmen werde, da es den Interessen sowohl Russlands als auch der Ukraine entspreche. Der Senator hofft auch, dass die praktische Arbeit der Timoschenko-Regierung geschäftsmäßig und frei von politischer Konjunktur sein werde.

Ein anderer Senator, Nikolai Ryschkow, bemerkte, dass Timoschenko gute Beziehungen zu russischen Regierungs- und Geschäftsstrukturen hat. Er bezeichnete sie als charismatische und gleichzeitig pragmatische Politikerin. Ryschkow glaubt nicht, dass sie zu einer nominellen Ministerpräsidentin werden könne. "Das passt nicht zu ihrem Charakter, sie ist eine ziemlich selbständige Politikerin," bemerkte Ryschkow.

Er meint, dass die neue Chefin des ukrainischen Kabinetts sich dessen bewusst sein müsse, dass es ohne den Ausbau der kooperativen Verbindungen mit Russland, vor allem in der Wirtschaft, keine wirtschaftliche Entwicklung der Ukraine geben kann.

Wassili Duma, Mitglied des Ausschusses des Föderationsrates für die Angelegenheiten der GUS, bemerkte, dass Timoschenko in der Ukraine als Krisenmanagerin gelte, die die Wirtschaft des Landes aus dem Abgrund heben könne. "Ich glaube, Frau Timoschenko wird die vor ihr stehenden Aufgaben meistern", sagte er.

Laut Duma müssen die führenden russischen Politiker versuchen, mit jedem Staat auskommen zu können, egal wer Staats- und wer Regierungschef ist.

Waleri Kadochow, Erster Stellvertreter des Vorsitzenden des Ausschusses des Föderationsrates für Angelegenheiten der Föderation und der Regionalpolitik, meint, dass Timoschenko keine große Erfahrung in der staatlichen Arbeit habe und dass dies für sie das Schwierigste sei. "Die Ukraine ist ein Land mit einem hohen industriellen Potential, das gemanagt werden muss. Das ist etwas ganz anderes als auf Kundgebungen zu erscheinen und Feuer auf Plätzen brennen zu lassen. Wir werden sehen, ob die auf Straßendemos durchaus angebrachte Ideologie zur konstruktiven Arbeit werden kann. Ich wäre mir da nicht so sicher", sagte der Senator.

Kadochow wünschte Timoschenko, sich in höherem Maße an Russland zu orientieren. "Ich wünsche mir, dass die Ukraine zu einer ukrainischen, slawischen Zivilisation wird, dass sie nicht vergisst, dass auch östlich von ihr viele Ukrainer leben", erklärte Kadochow. (RIA)

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