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28-10-2004 Ukraine
Treibt Weißrusslands Präsident ein eigenes Spiel in der Ukraine?
Obgleich der Einfluss von Alexander Lukaschenko auf die ukrainische Wählerschaft mit dem Einfluss Wladimir Putins auf diese unvergleichbar ist, hat Weißrusslands Präsident nicht zufällig ebenfalls eine Einladung zu den Feierlichkeiten anlässlich des 60. Jahrestages der Befreiung der Ukraine von den Faschisten bekommen, schreibt die „Nowyje iswestija".

Es ist ein offenes Geheimnis, dass es in der Ukraine Wähler gibt, die Sympathie für den weißrussischen Präsidenten empfinden. Insofern luden die ukrainischen Behörden den weißrussischen Präsidenten offenbar im Interesse einer latenten Agitation für Viktor Janukowitsch ein. Kutschmas Wunschnachfolger braucht aber nicht unbedingt die aktive Unterstützung von Seiten Lukaschenkos. Die hinlänglichen Makel, die der Ruf des weißrussischen Staatschefs trägt, werden vom anderen Präsidentschaftskandidaten, Viktor Juschtschenko, gegen Janukowitsch ausgenutzt.

Zugleich wäre es für Lukaschenko nach Ansicht einiger Analytiker vorteilhafter, wenn der prowestlich orientierte Juschtschenko bei den Präsidentenwahlen gewinnen würde. Weißrusslands Präsident empfindet Eifersucht gegenüber der Ukraine dafür, dass sie zum Objekt des Hauptinteresses des Kreml im Einheitlichen Wirtschaftsraum geworden ist, während der russisch-weißrussische Unionsstaat bestenfalls als etwas sekundäres behandelt wird.

Außerdem könnte die Kalkulation darin bestehen, dass Russland, sollte es die Ukraine für sich verlieren, auf die Freundschaft mit Weißrussland setzen würde. Dementsprechend wird der Kreml in der konkret auf Weißrussland bezogenen Politik Lukaschenko bei dessen Absicht fest unterstützen, seine Amtszeit zu verlängern.

Die Zeitung verweist darauf, dass Lukaschenko unmittelbar nach seiner Ankunft in Kiew mit einem anderen Präsidentschaftskandidaten, KP-Chef Pjotr Simonenko, zusammentraf. Sie hatten einander mehrmals bei Wahlkampagnen unterstützt, und zwar sowohl bei Präsidenten- als auchbei Parlamentswahlen. Höchstwahrscheinlich glaubt Lukaschenko nicht daran, dass sich Simonenko ernsthaft in den Kampf zwischen Juschtschenko und Janukowitsch einmischen könnte, er wäre aber fähig, gerade dem Kandidaten der Macht Stimmen wegzunehmen.

Allerdings kann Weißrusslands Präsident in einer Gesellschaft mit Putin und Kutschma nicht umhin, nützliche Worte zugunsten von Janukowitsch zu sagen. Das bedeutet jedoch nicht, dass Lukaschenko nicht versuchen würde, in puncto Ukraine ein eigenes Spiel zu spielen, so das Blatt. (RIA)

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