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01-02-2005 Ukraine
Russischer Parlamentarier zweifelt daran, dass die Ukraine den "flüchtigen" russischen Oligarchen Beresowski aufnehmen würde
Alexander Lebedew, stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses der Staatsduma für Angelegenheiten der GUS und Beziehungen zu Landsleuten, meint, dass die Ukraine Boris Beresowski im Falle seiner Einreise ins Land nicht aufnehmen würde.

"Beresowski hat politisches Asyl in Großbritannien erhalten, das dehnt sich aber nicht auf die Jurisdiktion anderer Länder aus. Im Falle seines Erscheinens in einem anderen Land muss die Fahndung der Interpol in Kraft treten. Da die internationale Fahndung nach Beresowski läuft, glaube ich nicht, dass die Ukraine sich auf die Verletzung des Gesetzes einlassen würde", sagte Lebedew auf einer Pressekonferenz in der RIA Nowosti.

Boris Beresowski hat früher seine Absicht erklärt, nach der Ukraine überzusiedeln, "um näher zu Russland zu sein".

"Selbstverständlich ist Beresowski als Politiker an seinem Erscheinen in der Ukraine interessiert, in welchem Maße aber die Ukraine daran interessiert ist, weiß ich nicht", betonte der russische Abgeordnete.

Er vertritt den Standpunkt, dass das Auftauchen von Beresowski in der Ukraine die Durchführung wirtschaftlicher und politischer Reformen in diesem Lande wohl kaum fördern würde.

Lebedew sieht keine politischen Motive im Strafverfahren, das von der Generalstaatsanwaltschaft der RF gegen die amtierende Premierministerin der Ukraine Julija Timoschenko eingeleitet worden ist.

"Ich sehe darin keine Politik", sagte er.

Nach Julija Timoschenko wurde auf Vorstellung der russischen Seite internationale Fahndung eingeleitet. Ihr wird Bestechung russischer Amtspersonen zur Last gelegt.

Lebedew meint auch nicht, dass das Strafverfahren gegen Timoschenko gerade vor den Präsidentschaftswahlen in der Ukraine geplant worden wäre.

"Ich halte es nicht für eine geplante Aktion oder eine Provokation. Wie mir scheint, wird diese Frage in der nächsten Zeit gelöst und der Zwischenfall vergessen werden", sagte der Abgeordnete der Staatsduma der RF.

Lebedew meint, dass die Ukraine für russische Investoren von Interesse sei.

"Russisches Kapital nimmt nahezu den ersten Platz unter den ausländischen Investitionen in der Ukraine ein", erklärte Lebedew.

Er erinnerte daran, dass der Fondsindex in der Ukraine im letzten Jahr um 205 Prozent höher geworden und dass dies hauptsächlich auf das Interesse der russischen Investoren zurückzuführen ist. "Die Ukraine verfügt über eine perspektivische Wirtschaft mit europäischem Element", meint Lebedew.

"In der Ukraine gibt es praktisch kein europäisches Kapital. Damit eine große europäische Korporation ein Projekt entfaltet, ist Zeit erforderlich. Russisches Kapital ist in höherem Maße flexibel", sagte der Abgeordnete der Staatsduma Russlands.

Auf die Perspektiven der bilateralen Zusammenarbeit eingehend, berief er sich auf die Erklärung der neuen ukrainischen Führung über pragmatische Betrachtungsweise von Fragen der russisch-ukrainischen Beziehungen.

"Wir werden schnell genug sehen, inwieweit die neue ukrainische Führung das tut, was sie sagt", betonte Lebedew. (RIA)

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