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31-01-2005 Ukraine
Wozu will Beresowski in die Ukraine?
Ex-Oligarch Boris Beresowski, nach dem Russlands Staatsanwaltschaft im Zusammenhang mit zwei Straffällen fahndet, hat vor, aus Großbritannien in die Ukraine umzuziehen.

Das teilte er letzten Freitag, fünf Tage nach der Amtseinführung Viktor Juschtschenkos, mit, berichtet die "Wedomosti".

Wie Beresowski sagte, werde er bereits im Februar nach Kiew kommen, um "die Situation vor Ort zu untersuchen". Den Termin seines Umzugs werde er dann später festlegen. Das Ziel des Umzugs bestünde darin, "näher bei Moskau zu sein". Vorerst hat Beresowski nicht beschlossen, womit er sich in der Ukraine befassen wird - mit Russland-Politik oder mit Business. Er habe aber "hundertprozentig" nicht vor, sich in die ukrainische Politik einzumischen.

"Ich würde ihm empfehlen, die Ukraine möglichst bald zu besuchen", scherzte Juri Scharadin, Vorsitzender des Föderationsratsausschusses für Verfassungsgesetzgebung. "Die Ukraine ist ein Interpol-Mitglied, da er aber auf der internationalen Fahndungsliste steht, könnte Russland seine Festnahme und Auslieferung fordern", meinte er. Er empfahl Beresowski, vor dem Umzug die Absichten der ukrainischen Behörden hinsichtlich seiner Person sorgfältig zu prüfen.

Beresowski selbst ist der Auffassung, dass seine Ankunft "ein Test für die neue Ukraine" wäre. "Natürlich besteht das Risiko, dass ich an Russland ausgeliefert werde", räumte er ein. "Warum soll ich aber denen weniger vertrauen als den Engländern?"

Beresowski hat nicht vor, sich in der Ukraine mit Politik zu befassen. Sein Ziel besteht darin, ein neues Feld für sein Unternehmertum zu schaffen, so Stanislaw Belkowski, Präsident des Instituts für nationale Strategie. Nach seiner Meinung wird sich Beresowski kaum in der Ukraine niederlassen können, weil das neue ukrainische Regime "keine zusätzlichen Spannungen in den Beziehungen mit dem Kreml" brauche. Sollte er eintreffen, werde er zwar kaum verhaftet werden, man würde ihn aber bitten, sich möglichst leise zu verhalten, nahm der Experte an.

In den 90er Jahren hatte Beresowski den Ruf eines der einflussreichsten russischen Geschäftsleute, der an vielen erfolgreichen politischen Projekten beteiligt war. 2001 emigrierte Beresowski nach Großbritannien. Alle seine neuen Projekte wie die Gründung der Partei Liberales Russland und die Nominierung des Präsidentschaftskandidaten Iwan Rybkin endeten mit einem Fiasko. (RIA)

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