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27-10-2004 Ukraine
Welchen ukrainischen Präsidenten braucht Russland?
Gestern, vier Tage vor den Wahlen des ukrainischen Präsidenten, hat Wladimir Putin in einer Live-Sendung von drei ukrainischen Fernsehkanälen Fragen von Bürgern dieses Landes beantwortet. Einige Beobachter bewerteten bereits diesen Schritt als eine Einbeziehung des russischen Staatschefs ins ukrainische Wahlrennen im Interesse der Unterstützung eines der Kandidaten, des gegenwärtigen Premiers Viktor Janukowitsch.

In diesem Zusammenhang wandte sich die Tageszeitung „Gaseta" an russische Politiker mit der Frage „Welchen ukrainischen Präsidenten braucht Russland?"

Michail Margelow, Vorsitzender des auswärtigen Ausschusses des Föderationsrates: Wir sind darauf eingestellt, Janukowitsch zu unterstützen. Die Allianz mit Russland widerspricht dabei nicht einer Entwicklung der Beziehungen beider Länder mit der Europäischen Union. Was Herrn Juschtschenko anbelangt, so ist er genauso ein Vertreter der Machtelite, sein Team zählt sechs frühere Vizeregierungschefs. Wäre Juschtschenkos Mannschaft bei der Wahl ihrer Verbündeten wählerischer gewesen, wäre auch die Reaktion der russischen Elite auf ihn nicht so besorgt gewesen.

Natalija Narotschnizkaja, Vizevorsitzende des auswärtigen Ausschusses der Staatsduma (Fraktion Heimat): Ich erwarte keine sofortige Verschlechterung von Beziehungen mit Russland nach einem Wahlsieg Viktor Juschtschenkos. In einer langfristigen Perspektive ist es aber so. Was Janukowitsch anbelangt, so sollte man nicht glauben, dass sich die Beziehungen mit Russland nach seiner Wahl unbewölkt entwickeln würden. Brüderliche Beziehungen setzen Eifersucht und Rivalität voraus.

Sergej Mitrochin, Vizechef der Partei Jabloko: Moskau wiederholt jetzt seinen Fehler, den es 1994 mit Kutschma gemacht hat. Damals hat Moskau gedacht, dieser würde eine prorussische Politik realisieren. Der Kreml hatte sich selbst einen Favoriten gewählt und auch sich selbst davon überzeugt, dieser würde ein Protektorat Russlands in der Ukraine gewährleisten. In Wirklichkeit schützt Janukowitsch in erster Linie Interessen seines Clans. Er würde Moskau bei jeder passenden Gelegenheit den Rücken zeigen. Juschtschenko ist als Politiker mehrfach stärker prorussisch eingestellt, er ist berechenbar und zivilisiert. Mit dem lassen sich Vereinbarungen auf der Grundlage des Völkerrechts erreichen.

Alexej Ostrowski, Vizevorsitzender der Liberaldemokratischen Partei Russlands: Janukowitsch wird siegen, allein schon deshalb, weil er Beziehungen mit Russland unterhält. Sein Sieg wird für Russlands Unternehmertum nützlich sein, weil dieses strategische Interessen in der Ukraine hat. (RIA)

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