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24-01-2005 Ukraine
Juschtschenko will mit Putin „schnell und ehrlich" reden
Am heutigen Montag, nur einen Tag nach seiner Amtseinführung, kommt der neue ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko zu seinem ersten Auslandbesuch nach Moskau.

„Es gilt schnell und ehrlich zu reden", so begründete Juschtschenko in einem Gespräch mit ukrainischen Medien sein Bestreben, vor der anstehenden Europa-Reise zuerst den Kreml zu besuchen.

Das Verhältnis des ukrainischen Oppositionskandidaten mit offiziellen und inoffiziellen russischen Eliten war während des Wahlrennens nicht einfach. Vor allem, weil sein Gegner, der ukrainische Premierminister Viktor Janukowitsch, während der Werbekampagne auf eine Annäherung an Russland setzte. Juschtschenko hingegen erklärte die Bewegung in Richtung Westen für sein höchstes Ziel.

Die russische Expertengemeinschaft bezeichnete die beiden Favoriten des Wahlkampfes voreilig als „prorussisch" bzw. „prowestlich".

„Ich bin weder prorussisch noch prowestlich, sondern ich bin ein proukrainischer Kandidat", wiederholte Juschtschenko immer wieder während der drei Werbekampagnen.

Die ohnehin nicht einfachen Beziehungen Moskaus mit der ukrainischen Opposition wurden erschwert, nachdem Wladimir Putin Viktor Janukowitsch, der nach dem ursprünglichen Ergebnis der Zentralen Wahlkommission die Wahlen gewonnen haben sollte, zum Sieg gratuliert hatte. Dieses Ergebnis wurde später vom Obersten Gericht der Ukraine für ungültig erklärt. Doch kündigte Putin die Bereitschaft an, „mit jedem legitimen Präsidenten zusammenzuarbeiten, der vom ukrainischen Volk gewählt ist".

In seinen Interviews hob Juschtscheko immer hervor, er sei ein Pragmatiker und will sich beim Aufbau der Beziehungen mit Moskau von diesem Prinzip leiten lassen, ohne alte Kränkungen aufzufrischen.

Seine Anhänger in Russland, vor allem die liberale Szene, erinnerten daran, dass die Ukraine unter Juschtschenko als Premierminister ihre Gasschulden abzutragen begann und illegales Abzapfen des russischen Transiterdöls fast unterband.

Der Pragmatiker Juschtschenko gibt zu, dass die ukrainische Wirtschaft dicht mit der russischen verflochten ist und dass sich beide Länder eine europäische Integration zum Ziel setzen.

Noch vor seiner Vereidigung versicherte Juschtschenko der Presse, es würde ein Treffen ausreichen, um zwischen Kiew und Moskau freundschaftliche Beziehungen herzustellen. Kiews Geschäftspläne formulierte Juschtschenko so: Es gilt, die gegenseitige Bewegung von Kapital und Arbeitskraft zu vereinfachen und der Ukraine den Status des Haupttransitlandes für die Lieferungen russischer Energieträger an den Westen zu sichern. (RIA)

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