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14-01-2005 Ukraine
Hat Russland die Ukraine verloren?
Der Wahlsieg des Oppositionsführers Viktor Juschtschenko in der Ukraine wird meist sowohl dort als auch in Russland und im Westen als die größte Niederlage der russischen Außenpolitik der letzten Jahre aufgenommen.

Das stellt Alexej Arbatow, Leiter des Zentrums für internationale Sicherheit der Russischen Akademie der Wissenschaften und Mitglied des Forschungsrates des Moskauer Karnegie-Zentrums, am Freitag in der "Nesawissimaja gaseta" fest.

Der Westen, der über die Konsolidierung des Systems der "lenkbaren Demokratie" in Russland und über Russlands Versuche besorgt ist, sich im "Nahen Ausland" zu behaupten, war fest entschlossen, einen Sieg des Moskauer Favoriten in der Ukraine um jeden Preis zu verhindern.

Für Russland sah der Ausgang der ukrainischen Wahlen wie folgt aus: Wird die Republik als ein zwar nicht gerade umgänglicher, aber naher geopolitischer Verwandter mit Russland zusammen bleiben - oder wird sie zur NATO und später auch zur Europäischen Union mit allen entsprechenden wirtschaftlichen, politischen, humanitären und militärischen Folgen gehen.

Nachdem es nicht gelang, mit Hilfe der administrativen Ressource zu gewinnen, wie das des öfteren innerhalb Russlands getan wird, stand Moskau vor der Wahl, ob der Ukraine ein Antrieb zur gewaltsamen Lösung durch eine Abspaltung der östlichen und der südlichen Gebiete gegeben werden oder man sich mit dem Misserfolg abfinden solle. Die erste Variante hätte neben dem Chaos und unberechenbaren Folgen in der Ukraine einen völligen Bruch mit den USA und Europa bedeutet. Es gereicht dem Kreml zur Ehre, dass er trotz des Drucks, den eine Mehrheit im Parlament und in der öffentlichen Meinung ausgeübt hatte, auf dieses Abenteuer verzichtete.

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Schwerpunkt – Ukraine


Über dieses Thema wird im Russland - Politikforum diskutiert - Gefährliches Zündeln in der Ukraine
In strategischer Hinsicht wird die gegenwärtige Orientierung der Ukraine bei allen tiefen historischen Beziehungen mit den Russen davon geprägt, wie attraktiv ihr das wirtschaftliche und das politische Modell östlich bzw. westlich von ihrer Grenze vorkommt.

Der Transit von Energieträgern ist eine viel zu enge Grundlage für die wirtschaftliche Integration derart hochentwickelter Forschungs- und Industriestaaten wie Russland und die Ukraine. Ein Mangel an großen Investitionsprojekten sowohl für den Binnenmarkt beider Länder als auch für den Export ist zu spüren.

Wahrscheinlich hat Moskau mit eigenen Händen den Schaden verursacht, indem es versucht hat, einen ihm genehmen Mann auf den Präsidentensessel zu setzen. Wenn aber die vorhandenen Probleme auf einer völlig anderen Ebene gelöst werden müssen, so ist Janukowitschs Niederlage in langfristiger Hinsicht möglicherweise auch kein allzu großer Verlust für Russland. (RIA)

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