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24-12-2004 Ukraine
Ukrainer und Russen unzufrieden mit Arbeit der demokratischen Institute
In Russland leben laut Umfragen weniger Anhänger der Demokratie, als in der Ukraine. Dabei stimmen die Ukrainer und die Russen darin überein, dass in Russland in absehbarer Zeit mit keinerlei Aufschwung der gesellschaftlichen Aktivität zu rechnen ist, schreibt die "Wremja nowostej".

Eine November-Studie des Gesamtrussischen Meinungsforschungsinstituts WZIOM ergab, dass 40 Prozent der Russen die Demokratie grundsätzlich als die beste Regierungsform ansehen. Deutlich weniger Menschen (24 Prozent) glauben, dass eine Diktatur unter Umständen effektiver sein kann als die Demokratie. Nicht wenige Befragte beziehen eine relativistische Position: "für solche Menschen gibt es keinen Unterschied zwischen Diktatur und Demokratie". Die meisten Interviewten (56 Prozent) waren mit "der Arbeit der demokratischen Institute" in Russland unzufrieden.

Laut einer Studie des ukrainischen Meinungsforschungsinstituts DIAS geben 64 Prozent der Ukrainer der demokratischen Regierungsform vorbehaltlos den Vorzug. Fast so viele Befragte (61 Prozent) gaben an, mit dem Funktionieren der demokratischen Institute in der Ukraine unzufrieden zu sein. Die Ukrainer hatten von vornherein nicht an die Effektivität der demokratischen Institute geglaubt und gingen daher zu unmittelbaren Aktionen über.

Wie eine Dezember-Umfrage von WZIOM ergab, stehen die Russen der Möglichkeit eines "revolutionären Aufruhrs" in Russland skeptisch gegenüber.

Im heutigen Russland sind vor allem jene Bevölkerungsschichten entpolitisiert, die als Triebkraft der Massenproteste in der Ukraine dienten. Die Aktivität des besonders aktionsfähigen Teils der Gesellschaft (Mittelstand, Jugendliche, Einwohner von Industriezentren, vor allem Moskaus und Sankt Petersburgs) kommt heutzutage in Bereichen zum Ausdruck, die vom öffentlichen Leben und der Politik weit entfernt sind.

Das Einzige, was nach Ansicht der 32 Prozent der Befragten die Russen zu spontanen Protestaktionen bewegen könnte, sei eine wesentliche Verschlechterung der Wirtschaftslage und ein dadurch verursachter Rückgang der Lebensqualität für die Mehrheit der Bevölkerung.

Die schwere Finanzkrise von 1998 hatte bekanntlich jedoch zu keinem Wachstum der Protestaktivität geführt. (RIA)

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