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14-10-2004 Ukraine
Russische Politologen schätzen Perpektiven der Beziehungen zu Ukraine im Falle des Wahlsieges von Juschtschenko ein
Russische Politologen schätzen Perpektiven der russisch-ukrainischen Beziehungen im Falle des Sieges des Leiters der Opposition Viktor Juschtschenko bei den Präsidentschaftswahlen in der Ukraine unterschiedlich ein.

Wjatscheslaw Igrunow, Direktor des Instituts für humanitärpolitische Forschungen, erklärte im Gespräch mit der RIA Nowosti: „In diesem Fall wird für Moskau nichts schreckliches geschehen." "Die Ukraine wird in jedem Fall gezwungen sein, mit Russland zusammen zu arbeiten, besonders in der Wirtschaft, weil die Einführung ukrainischer Waren auf dem westlichen Mark stark erschwert ist", vermerkte Igrunow.

Nebenbei gesagt, meint der Politologe, dass die Chancen von Juschtschenko, Präsident der Ukraine zu werden, äußerst gering seien.

"Natürlich wird es im Falle des Wahlsieges von Juschtschenko keine warmen Beziehungen zwischen unseren Ländern geben, weil sich die Tendenz zur Annäherung der Ukraine an den West voraussichtlich verstärken wird", nimmt Igrunow an. "Russland wird aber bei jeder Kräftekonstellation bei den Wahlen in der Ukraine trotzdem nichts verlieren", meint er.

Einen ähnlichen Standpunkt vertritt auch Vitali Tretjakow, Direktor der Verlagsgruppe NIG. "Bei beliebigen Machtgruppen in der Ukraine überwiegen ihre egoistischen Interessen, die russlandfreundliche Rhetorik der Kandidaten hört, wie die Erfahrungen lehren, gleich nach den Wahlen jäh auf", erklärte er in seinem Interview für die RIA Nowosti.

Tretjakow meint: "Für Moskau würde es psychologisch komfortabler sein, mit Janukowitsch zu tun zu haben, wenngleich auch Juschtschenko als Präsident der Ukraine vom Standpunkt der Interessen des russischen Business möglicherweise sogar vorzuziehen wäre."

Wjatscheslaw Nikonow, Präsident des Fonds Politika, ist aber der Ansicht, dass sich der mögliche Machtantritt des Leiters der Opposition auf die russisch-ukrainischen Beziehungen negativ auswirken würde. In einem solchen Fallwerden wir den einheitlichen Wirtschaftsraum vergessen müssen, meint er. Außerdem werde die Ukraine im Falle des Sieges von Juschtschenko und des Machtantritts der Demokraten in den USA schon nach drei oder vier Jahren der Nato beitreten können - von einer solchen Perspektive haben prominente Vertreter der Demokratischen Partei der USA bereits gesprochen, so Nikonow. (RIA)

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