russland.RU berichtet in Wort und Bild aus Russland und über Russland. Ungebunden, unabhängig und überparteilich. Ohne Vorurteile und Stereotypen versucht russland.RU Hintergründe und Informationen zu liefern um Russland, die Russen und das Leben in Russland verständlicher zu machen. Da wo die großen Verlage und Medienanstalten aufhören fängt russland.RU an.


Archiv:
2003   2004   2005   2006   2007   2008   2009   2010   2011   2012   2013


23-12-2004 Ukraine
Juschtschenko will bei einem Wahlsieg zuerst nach Russland reisen - Zehntausende Oppositionsanhänger bei Demo in Kiew
Wenige Tage vor der Stichwahl um die Präsidentschaft in der Ukraine hat sich Oppositionskandidat und Favorit Viktor Juschtschenko mit einer versöhnlichen Geste an Russland gewandt. Im Falle eines Wahlsieges werde er seine erste Auslandsreise nach Russland unternehmen, teilte das Büro des pro-westlichen Kandidaten am Mittwoch mit.

Zehntausende seiner Anhänger versammelten sich zu einer Großkundgebung auf dem Unabhängigkeitsplatz in der Hauptstadt Kiew. Gegenkandidat Viktor Janukowitsch sprach bei einer Kundgebung in der zentralukrainischen Stadt Kirowohrad vor Anhängern und Oppositionellen. Die Wahlkommission stellte Stimmzettel vor, die besseren Schutz vor Fälschung bieten sollen.

Sollte Juschtschenko bei der Wiederholung der Stichwahl am Sonntag gewinnen, werde ihn "seine erste Auslandsreise als Staatschef" nach Russland führen, hieß es in der Erklärung seines Büros. Dem Radiosender UR-1 hatte Juschtschenko zuvor gesagt, Russland sei für die Ukraine von "strategischem Interesse"; er sei "überzeugt, dass wir mit Russland hervorragende Beziehungen haben werden". Zugleich betonte er jedoch, die europäische Integration genieße "Vorrang".

Der russische Präsident Wladimir Putin hatte bekräftigt, Moskau sei zu einer Zusammenarbeit mit Juschtschenko bereit. Bis zur ersten Stichwahl am 21. November hatte Putin den pro-russischen Kandidaten, Ministerpräsident Viktor Janukowitsch, massiv unterstützt.

Die Großkundgebung in Kiew fand genau einen Monat nach dem Beginn der Proteste gegen die erste Stichwahl statt. Die Opposition wollte mit der Veranstaltung den Druck auf die ukrainischen Behörden aufrecht erhalten, diesmal für einen korrekten Ablauf der Stichwahl zu sorgen. Der Oberste Gerichtshof hatte die erste Stichwahl nach massiven Protesten der Opposition wegen Wahlfälschung für ungültig erklärt und eine Wiederholung angeordnet.

bei russland.RU
Schwerpunkt – Ukraine


Über dieses Thema wird im Russland - Politikforum diskutiert - Gefährliches Zündeln in der Ukraine
Die neuen Stimmzettel seien vor Fälschungen "besser geschützt", sagte der Vorsitzenden der Wahlkommission, Jaroslaw Dawidowitsch. Dank eines "einzigartigen Schutzes" könnten die in der staatlichen Gelddruckerei hergestellten Dokumente nicht kopiert werden. Die Briefwahlunterlagen würden auf dem gleichen Papier wie die Stimmzettel gedruckt. Nach der Einschränkung der Briefwahl durch das neue Wahlgesetz würden nur noch 188.000 statt wie zuvor knapp 1,5 Millionen Briefwahlunterlagen ausgegeben. Bei der ersten Runde hatte es nach Oppositionsangaben bei der Briefwahl massiven Betrug gegegeben.

Festnahme von Wahlbeobachtern in Weißrussland

Die weißrussische Polizei nahm rund hundert unabhängige Wahlbeobachter fest, die von Minsk aus nach Kiew reisen wollten. Kurz nach Beginn eines Treffens der Beobachter im Konferenzsaal eines Hotels hätten Spezialeinheiten den Eingang blockiert, berichtete der Chef der verbotenen Menschenrechtsgruppe Viasna der Nachrichtenagentur AFP. Danach seien die Anwesenden in Polizeibussen abtransportiert worden. Nach weißrussischem Recht dürfen Menschen für drei Stunden zur Überprüfung ihrer Papiere festgenommen werden. Der wegen Menschenrechtsverstößen international geächtete weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko hatte den umstrittenen Sieg von Viktor Janukowitsch bei der ersten Stichwahl in der Ukraine anerkannt.

Archiv:
2003   2004   2005   2006   2007   2008   2009   2010   2011   2012   2013