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20-12-2004 Ukraine
Russland und die USA werden sich wegen der Ukraine nicht entzweien
Ungeachtet der Spannungen in den Beziehungen zwischen Russland und den USA, die wegen der Wahlsituation in der Ukraine entstanden sind, wäre es verfrüht, von deren Übergang in einen Krisenzustand zu sprechen.

Diese Meinung äußerten Steven Sestanovic, Experte des amerikanischen außenpolitischen Rates, Ex-Koordinator des Außenministeriums der USA für die GUS-Länder, und Sergej Karaganow, Vorsitzender des Präsidiums des Rates für Außen- und Verteidigungspolitik Russlands, in einem Interview für die Zeitung "Nesawissimaja gaseta".

Der amerikanische Experte ging auf die Frage ein, ob zwischen Washington und Moskau ernste Meinungsverschiedenheiten bestehen, und erklärte, dass er "keine grundsätzlichen Meinungsverschiedenheiten, zugleich aber auch keine großen Möglichkeiten für die Zusammenarbeit sehe".

Im Allgemeinen sei in den Beziehungen zwischen den beiden Ländern ein zunehmendes Gefühl von Peinlichkeit zu verzeichnen. "Dieses Gefühl kann verschieden illustriert werden, zum Beispiel: In der Zukunft werden die amerikanischen Beamten bei jedem Treffen zwischen Präsident Bush und Präsident Putin ihrem Chef Ratschläge erteilen, wie er beim Umgang mit seinem alten Freund nicht zu freundlich bzw. zu naiv aussehen könnte".

Die amerikanische Führung sei darüber enttäuscht, dass Russland und die USA es nicht vermocht haben, ein bedeutsameres Zusammenwirken bei solchen Problemen zu erzielen, wie Irak, Iran und Nordkorea, so Steven Sestanovic.

Karaganow gab seinerseits der Meinung Ausdruck, dass die Beziehungen zu den USA einstweilen noch recht eng seien, weil die beiden Länder eine sie vereinigende Tagesordnung hätten, die für Amerika wirklich wesentlich sei.

"Die USA meinen zynisch, dass es besser sei, uns als ihre Verbündeten zu betrachten, solange wir eine bestimmte Grenze nicht überschritten haben", meint der russische Experte.

Zu Irak "haben wir erklärt, dass Russland gegen den Krieg ist, haben aber den Amerikanern keine Hindernisse in den Weg gelegt, darum haben wir eine Chance, dort im Falle der Stabilisierung Verträge zu schließen", sagt Karaganow.

Seiner Ansicht nach sei die russische Politik gegenüber Iran flexibel genug gewesen. "Wir gaben dem Druck nicht nach, sind aus Busher nicht weggegangen /auf die Beteiligung am Projekt zum Bau eines KKW in der iranischen Stadt Busher wurde nicht verzichtet/". "Wären wir von dort weggegangen, bevor wir ein unzweifelhaftes Signal erhalten hätten, dass Iran Kernwaffen entwickele, so hätten wir unter unser Programm zum Verkauf von Kernreaktoren für immer einen Schlussstrich ziehen können. Das hätte aber bedeutet, den fortgeschrittensten Zweig unserer Industrie zugrunde zu richten", vermerkte Karaganow. (RIA)

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