russland.RU berichtet in Wort und Bild aus Russland und über Russland. Ungebunden, unabhängig und überparteilich. Ohne Vorurteile und Stereotypen versucht russland.RU Hintergründe und Informationen zu liefern um Russland, die Russen und das Leben in Russland verständlicher zu machen. Da wo die großen Verlage und Medienanstalten aufhören fängt russland.RU an.


Archiv:
2003   2004   2005   2006   2007   2008   2009   2010   2011   2012   2013


17-05-2013 Ukraine
Ukraine - Wirtschaft - Politik - Verschiedenes 16. Mai 2013


Donezk/Kiew – Hohe Erdgaspreise zwingen die Ukraine, den Erdgasverbrauch zu reduzieren und die energiesparenden Technologien bzw. das aus der Kohle gewonnene Gas einzusetzen, erklärte Präsident Janukowitsch während seines Arbeitsbesuchs in Saporoschje am Donnerstag.

"Der Erdgaspreis für 2010 ließ uns nach Reduzierungswegen des Erdgasverbrauchs suchen. … Wir hätten diesen Preis auf die Erdgasverbraucher verlagern können, doch wäre dann die Bevölkerung bettelarm geworden, und die Industrie hätte in diesem Fall ihre Konkurrenzfähigkeit verloren, weil sie Verluste gemacht hätte. Und wir haben diese Verluste – und das sind 6 Milliarden US-Dollar – auf den Staat verlagert. Und wir verstehen, dass die Aufgabe, den Erdgasverbrauch zu reduzieren, sehr kompliziert ist".

Der Aussage von Janukowitsch nach hat die Energiewirtschaft diese Aufgabe gelöst, indem man bei der Stromgewinnung kein Erdgas mehr einsetzt. Doch um den Erdgasverbrauch in der Metallurgie zu reduzieren, sind riesige Investitionen in die Modernisierung notwendig.

"2010 verbrauchten wir 42 Milliarden Kubikmeter Erdgas. In diesem Jahr haben wir einen Antrag für 18 Milliarden Kubikmeter. … Wäre ich 2010 gefragt worden, ob das möglich ist, hätte ich geantwortet: kaum. Doch ist es uns gelungen, das zu schaffen. In vielen Industriezweigen setzten wir energiesparende Verfahren ein. Wir haben circa 6.000 Kilometer Energieleitungen gebaut. Es wurden ebenfalls Sonnen- bzw. Windkraftwerke gebaut. Dadurch wurden die Kapazitäten um 1,5 Tausend MWt vergrößert. Und das alles haben wir während der Krise getan", betonte Viktor Janukowitsch und fügte hinzu, dass für dieses Jahr der Bau von vier Fabriken zur Produktion vom synthetischem Erdgas aus Kohle geplant ist. Die Kohlegewinnung wurde dafür um 15 Millionen Tonnen gesteigert.

Im Laufe der vergangenen Herbst-Winter-Periode (das vierte Quartal 2012 und das erste Vierteljahr 2013) hat die Ukraine 38,1 Milliarden Kubikmeter Gas verbraucht. Wie der Pressedienst des Unternehmens NAK (der nationalen Aktiengesellschaft) Naftogas Ukrainy am Donnerstag mitteilte, entfiel mehr als ein Viertel davon auf selbst gewonnenes Gas (10,4 Milliarden Kubikmeter), das Übrige war importiertes Gas bzw. kam aus den Untergrundspeichern (27,7 Milliarden Kubikmeter).

Wie der Pressedienst hervorhebt, führt die ständig wachsende Verschuldung von den Betrieben des Brennstoff-Energie-Komplexes der Ukraine für Gas und die schlechte Begleichung laufender Rechnungen "zu heftigen Liquiditätsengpässen des Unternehmens". "Das erschwert die termingerechte Bezahlung der Lieferanten von importiertem Naturgas und die Erfüllung der von ihm aufgelaufenen Steuerverpflichtungen gegenüber dem Staatshaushalt der Ukraine und bedingt die Aufnahme von Krediten", wurde in der Gesellschaft betont. Zurzeit hat das Unternehmen Naftogas die Vorbereitung auf die nächste Heizperiode begonnen.

Die Gold- und Devisenreserven der Nationalbank der Ukraine haben im April des laufenden Jahres um 509,66 Millionen US-Dollar bzw. 2,1 Prozent zugelegt und 25,238 Milliarden Dollar ausgemacht. Darüber informierte am Donnerstag der ukrainische Staatliche Statistikdienst. Laut Mitteilung lagen die Devisenreserven der Ukraine am 30. April 2013 bei 23,465 Milliarden Dollar. Die Reserveposition im Internationalen Währungsfonds (IWF) betrug 0,03 Millionen Dollar. Die Goldreserven waren 1,710 Milliarden Dollar wert. Die Gold- und Devisenreserven der ukrainischen Nationalbank stiegen in den ersten Monaten dieses Jahres um insgesamt 2,8 Prozent (692,08 Millionen Dollar). Im Jahr 2012 waren die Gold- und Devisenreserven um 22,8 Prozent (7,248 Milliarden Dollar) auf 24,546 Milliarden Dollar gesunken.

Die Arbeit an der Aktivierung der handelspolitischen bzw. wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen den Ländern der Zollunion und der Ukraine "ist in eine aktive Phase übergegangen". Diese Einschätzung kam von den Teilnehmern der in Kiew stattgefundenen zweiten Sitzung des Dialogs über Handelsfragen, die in Übereinstimmung mit dem Memorandum über die Zusammenarbeit in Fragen des Handels zwischen der Europäischen Wirtschaftskommission und dem Ministerkabinett der Ukraine gegründet worden war.

Wie der Pressedienst der ukrainischen Regierung am Donnerstag mitteilte, wurde nach der Sitzung ein Protokoll über die Entwicklung der Zusammenarbeit der Ukraine und der Länder der Zollunion unterschrieben. An der Spitze der Abordnung der Mitgliedsstaaten der Zollunion stand der Minister für Handel der Eurasischen Wirtschaftskommission, Andrej Slepnew, die Delegation der Ukraine leitete der Minister für wirtschaftliche Entwicklung und Handel, Igor Prassolow.

"Unser Handel hat einen gegenseitig vorteilhaften Charakter und beide Seiten sind daran interessiert, dass sich die Partnerschaft dynamisch und in vollem Maße entwickelt, und dazu ist es nötig, alle bestehenden Hindernisse abzuschaffen und nur Maßnahmen zu treffen, die die keine neuen Barrieren zulassen", erklärte Prassolow.

Slepnew hob hervor, dass "die Entwicklung der Partnerschaftsbeziehungen zwischen der Ukraine und der Zollunion paritätischen Charakter hat. … Deshalb müssen wir die tief greifenden Prozesse analysieren. … Es ist wichtig, dass wir, indem wir diese Herausforderungen bewältigen, das Potenzial unserer Zusammenarbeit vollwertig nutzen".

Mögliche Folgen der Unterzeichnung des Assoziierungsabkommens mit der Europäischen Union, die für die Ukraine entstehen können, sorgen für Bedenken bei Einwohnern des Landes. Das anerkannte der EU-Botschafter in der Ukraine, Jan Tombinski, auf der Konferenz "Ukraine – EU: Auf dem Weg in eine gemeinsame Zukunft".

Ihm zufolge soll man "die Möglichkeit zur Unterzeichnung des Assoziierungsabkommens Ukraine – EU" auf dem bevorstehenden Gipfel der Östlichen Partnerschaft in Vilnius nutzen, aber "dafür ist es notwendig, die Zivilgesellschaft zu diesem Prozess heranzuziehen. … Die Leute sollen wissen, was dieses Abkommen für sie bedeutet. … Wir haben auf die bei ihnen bestehenden Bedenken in Bezug auf die Zukunft zu antworten", so der EU-Botschafter. Er behauptete auch, dass das Assoziierungsabkommen "keine negativen Elemente" im Zusammenhang mit Beziehungen zu Russland enthält.

[russland.RU]
Das hat mir gut gefallen… Flattr this




Werbung


Archiv:
2003   2004   2005   2006   2007   2008   2009   2010   2011   2012   2013