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01-04-2013 Ukraine
Explosion im Wärmekraftwerk Uglegorskaja im Gebiet Donezk (Ukraine)


Donezk, 1. April – Der Brand im Kohlekraftwerk Uglegorskaja im ukrainischen Gebiet Donezk, der am Freitag vier Energieblöcke des größten Wärmekraftwerks der Region außer Betrieb gesetzt hat, trägt ab heute den Status einer nationalen Katastrophe.

Nach der Katastrophe im Kraftwerk Uglegorskaja, das eine Leistung von 3.600 Megawatt hatte und hoch entwickelte Industriegebiete im nordöstlichen Teil des Landes mit Strom versorgte, sind fast 6.000 von insgesamt 12.000 Einwohnern der Stadt Swetlodarsk ohne Beschäftigung.

Nach dem "Schwarzen Freitag" muss die "Stadt der Energiewirtschaftler" ohne heißes Wasser und Strom überleben. In den Wohnhäusern meldet man nur circa 15 Grad Wärme am Tag und lediglich acht Grad Wärme in der Nacht. Die von der Stadtverwaltung zur Verfügung gestellten Heizgeräte reichen nicht für alle Familien aus.

In Swetlodarsk herrscht keine Panik, aber die Stadtbewohner befürchten, dass Swetlodarsk von der Landkarte verschwindet. "Wir haben nur noch das Kraftwerk. Die Hälfte von uns hängt vom Kraftwerk ab. Junge Leute verließen sowieso die Stadt und fuhren nach Donezk. Wer kann garantieren, dass unserer Stadt nicht dasselbe passiert wie Tschernobyl, der 'toten Stadt' der Energiewirtschaftler?" so eine Mitarbeiterin des KW Uglegorskaja.

Der Energieminister der Ukraine versicherte: "Alle Mitarbeiter des Kraftwerks werden ihre Löhne weiterhin bekommen, sie werden entweder ihre Arbeitsplätze behalten oder Stellenangebote in anderen Kraftwerken erhalten. Wir werden das Kraftwerk Uglegorskaja wieder aufbauen, wir brauchen es, es soll wieder in Betrieb gehen."

Am Wochenende war eine Delegation der Regierung der Ukraine mit dem Premierminister Juri Bojko an der Spitze in Swetlodarsk und beurteilte die Auswirkungen der Katastrophe auf das Kraftwerk. Nach vorläufigen Angaben kam es zu einem Brand im zweiten Block des Kraftwerks; danach sprang das Feuer auf die anderen Blöcke über.

Am Sonntag wurde ein tödlich verunglückter Mitarbeiter des Kraftwerks begraben. Acht weitere Personen kamen mit Brandverletzungen ins Krankenhaus. Sie seien außer Lebensgefahr, sagte heute der Arzt.

Der erste stellvertretende Innenminister der Ukraine teilte inzwischen mit, im Zusammenhang mit dem Brand im Kraftwerk Uglegorskaja sei ein Strafverfahren eingeleitet worden.

[russland.RU]
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