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25-03-2013 Ukraine
Ukraine - Wirtschaft - Politik - Verschiedenes 25. März 2013


Kiew, 25. März – Die Ukraine will den Verbrauch von Erdgas auch weiter reduzieren, falls Russland den Preis nicht herabsetzen wird. Das machte der ukrainische Premierminister, Nikolai Asarow, in einem Interview deutlich, das am vergangenen Sonntagabend der russische Fernsehsender MIR ausgestrahlt hatte.


"Wir haben schon gesagt, dass wir keine Bevorzugung, sondern einen fairen Preis für Erdgas brauchen. Nehmen wir an, dass Gasprom das Gas an unserer Grenze an Polen verkauft. Ziehen wir die Frachtkosten ab, die der Konzern beim Pumpen des Gases über das ukrainische Territorium trägt, und so bekommen wir den fairen Gaspreis", erklärte er.

Auf die Frage, ob bis Ende 2014 der Abschluss eines Vertrages für Gaslieferungen an die Ukraine aus Aserbaidschan tatsächlich erreichbar ist, sagte Asarow, diesbezügliche Vereinbarungen liegen bereits vor. "Was bedeutet es aber für uns, Gas aus Aserbaidschan zu beschaffen? Man muss es entweder durch Pipelines über das Territorium Russlands pumpen, oder ein Werk für Gasverflüssigung und ein anderes für Gasverdünnung errichten und Tankschiffe für die Beförderung erwerben. Die Kosten werden immens sein, und es leuchtet ein, dass ich dieses Schema, milde gesagt, für schwer realisierbar halte", gestand Asarow.

Er erinnerte auch daran, dass sein Land den Freihandelsvertrag im Rahmen der GUS signiert und ratifiziert hat. Das heißt, dass der Direkteinkauf von Gas in Aserbaidschan Realität werden, falls Kiew Zugang an das einheitliche Transportsystem bekommt. Nach entsprechenden Verhandlungen kann dann die Ukraine "die Möglichkeit zum direkten Erwerb von Erdgas nicht nur in Aserbaidschan, sondern auch in Turkmenistan und möglicherweise auch in anderen GUS-Ländern bekommen".

In der Ukraine ist eine Arbeitsgruppe gebildet worden, die für eine Vertiefung der Zusammenarbeit mit der Zollunion und dem Einheitlichen Wirtschaftsraum von Weißrussland, Kasachstan und Russland zuständig ist. Das wurde in der heutigen Sitzung des Kabinetts des Landes entschieden.

"Die Arbeitsgruppe soll Maßnahmen vorbereiten bzw. umsetzen, die auf die Vertiefung der Kooperation mit der Zollunion und dem Einheitlichen Wirtschaftsraum, auf die Schaffung von günstigen Bedingungen für eine Vergrößerung des Warenumsatzes, auf eine Verbesserung der Handelsbilanz, auf einen Ausbau der Kooperationsbeziehungen und auf eine Heranziehung von Investitionen und Innovationen in den realen Wirtschaftssektor abzielen", hieß es in einer Mitteilung der Regierung. An der Spitze der Gruppe mit 10 Mitgliedern steht der Vizepremier Juri Boiko.

Am Vortage hatte der ukrainische Regierungschef Nikolaj Asarow in seinem Interview für den russischen TV-Sender Mir erklärt, die Ukraine könne Mitglied der Zollunion werden, wenn sie aus der Welthandelsorganisation (WTO) austreten bzw. ihre Abkommen mit der WTO im Rahmen der Verpflichtungen gegenüber der Zollunion revidieren werde.

"Die Ukraine als unabhängigen Staat ist durch eine ganze Reihe von internationalen Abkommen gebunden. Sie ist früher als Russland der WTO beigetreten. Wir stehen jetzt vor einer sehr einfachen Frage: Entweder wir steigen aus der WTO aus, oder müssen wir unsere mit der WTO geschlossenen Abkommen im Rahmen unserer Verpflichtungen gegenüber der Zollunion revidieren. All dies ist äußerst schwierig und leistungsschwach", hatte der Regierungschef unterstrichen.

Laut Asarow wolle die Ukraine auf der ersten Etappe einen Beobachterstatus bei der Zollunion erhalten und werde sich dann allmählich an das neue Format der Zusammenarbeit mit den Ländern der Union anpassen.

Katastrophenschutzministerium der Ukraine: Die jüngsten Schneefälle werden als die schwersten der vergangenen 100 Jahren eingeschätzt. Bei der Behebung der Folgen der gewaltigen Schneefälle sind in den zurückliegenden 24 Stunden in der Ukraine 22.346 Menschen und 5.344 Stück Technik, darunter 22 Schneeräumungszüge, 84 Stück Militärtechnik und ein Hubschrauber, eingesetzt worden. Wie aus dem operativen Bericht des Ministeriums für Zivilverteidigung und Katastrophenschutz der Ukraine nach Stand von 07.00 Uhr Ortszeit (09.00 Uhr Moskauer Zeit) hervorgeht, stellten die Instandsetzungskolonnen der Energiegesellschaften entsprechender Gebiete die Stromversorgung auf der Krim sowie in Gebieten Tscherkassy, Odessa, Kirowograd, Cherson, Winnyzja und Tschernigow wieder her, die beim Schneefall stromlos gemacht worden waren. Heute früh blieben noch 161 Ansiedlungen in Gebieten Poltawa, Sumy und Kiew ohne Strom, besonders schwierig ist die Lage im Gebiet Poltawa, wo 112 Ansiedlungen liegen.

[russland.RU]
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