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18-01-2013 Ukraine
Aktion im Charkower Krankenhauses Nr. 5: Ärzte schweigen aus Protest - Strafvollzugsdienst will gegen Abgeordnete vorgehen
Donezk – Im Krankenhaus Nr. 5 der ukrainischen Eisenbahngesellschaft in Charkow, wo die zu sieben Jahren Haft verurteilte Ex-Premierministerin der Ukraine, Julia Timoschenko, behandelt wird, hat am Donnerstagabend eine Protestaktion stattgefunden. Die Ärzte des Krankenhauses versammelten sich in einem Saal im Erdgeschoss und schwiegen 30 Minuten. Ihr stiller Protest galt den Problemen, die ihre prominente Patientin mit sich gebracht hat.

Juri Sidorow, Leiter der Reanimationsabteilung des Krankenhauses, erklärte in diesem Zusammenhang gegenüber Journalisten: "In den letzten Monaten herrscht hier ein wildes Durcheinander, weil Parlamentarier oft das Krankenhaus besuchen. Daraus resultieren Probleme mit dem Transport von Kranken. Die Abgeordneten verfolgen ihre Ziele, und unser Ziel besteht darin, Menschenleben zu retten."

"In die Abteilung dringen Unbefugte ein, unsere Patienten hören Schreie, es gibt andauernd Zank und Streit. Ich weiß nicht, was ich den nach schweren Operationen genesenden Patienten sagen soll, wenn sie fragen, was los ist", so Sidorow.

Der Vorsitzende des Gewerkschaftskomitees des Krankenhauses Nr.5, Igor Chartschenko, teilte mit: "Seit 9. Mai des Vorjahres ist Timoschenko hier, neun Monate lang können wir nicht mehr normal arbeiten. Der psychologische Druck hat den Höhepunkt erreicht. Wir wollen wieder ruhig arbeiten, statt unter politischen Streitigkeiten zu leiden."

Nach der Protestaktion machten sich alle Ärzte wieder an die Arbeit. Sie protestierten unter anderem gegen die Handlungen der drei Parlamentarierinnen, die sich seit Mittwoch im Krankenhaus aufhalten und es nicht verlassen wollen, um der Oppositionsführerin Julia Timoschenko zur Seite zu stehen.

Der ukrainische staatliche Strafvollzugsdienst will sich ans Gericht wenden, um die Handlungen der Abgeordneten der Obersten Rada der Ukraine, Ljudmila Denissowa, Tatjana Sljus und Alexandra Kuschel, anzufechten. Die Parlamentarierinnen nehmen an der von der inhaftierten Ex-Premierministerin Julia Timoschenko gestarteten Protestaktion im Charkower Krankenhaus Nr.5 teil. Das erklärte am Donnerstag der Leiter der Strafkolonie Katschanowskaja, Igor Kolpaschtschikow, gegenüber Journalisten in Charkow.

Denissowa, Sljus und Kuschel, Mitglieder der Parlamentsfraktion der von Timoschenko gegründeten oppositionellen Partei "Batkiwschtschina" ("Vaterland"), sind seit Mittwoch in Charkow und wollen im Krankenhaus bleiben, bis sie "alle Forderungen Timoschenkos erfüllt sehen".

Die drei Frauen zeigen sich empört über die Haftbedingungen der Oppositionsführerin. Sie fordern die Beseitigung von Videokameras im Krankenzimmer Timoschenkos und die Aufstellung einer Telefonzelle im Krankenhaus, "damit sie von ihrem Recht auf Telefonate Gebrauch macht".

Der Strafvollzugsdienst der Ukraine ist überzeugt, dass die Handlungen der Parlamentarierinnen rechtswidrig und die Forderungen Timoschenkos unbegründet sind.

Timoschenko protestiert im Krankenhaus seit 8. Januar dieses Jahres. Die frühere Premierministerin der Ukraine teilte damals mit, sie erlaube nicht mehr sie durchzusuchen und wolle in ihr Krankenhauszimmer nicht wiederkommen, solange die Videokameras und die Bewachung da seien. All diese Tage verbrachte die Ex-Regierungschefin im Korridor und im Badezimmer des Krankenhauses.

Timoschenko ist zu sieben Jahren Haft wegen Amtsmissbrauchs bei der Unterzeichnung des Erdgas-Abkommens zwischen Russland und der Ukraine im Jahre 2009verurteilt worden.

[russland.RU]
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