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10-10-2012 Ukraine
Russland, die Ukraine und das Gas


Odessa – Der Beitritt der Ukraine zur Zollunion würde es ermöglichen, den Preis für russisches Gas auf 160 US-Dollar pro 1.000 Kubikmeter zu reduzieren. Das machte der ukrainische Premierminister Nikolaj Asarow am Dienstag in Odessa klar. "Russland stellt uns Bedingungen: wir müssen der Zollunion beitreten, und dann werden wir den Gaspreis von 160 US-Dollar bekommen", sagte Asarow.




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Am Vortage hatte er erklärt, Russlands Position in Bezug auf eine Revision der Gasverträge bleibe unverändert. "Russland nimmt eine sehr einfache Position ein. Das Abkommen wurde im Jahre 2009 unterzeichnet, die Laufzeit beträgt zehn Jahre. Im Dokument ist alles vorgesehen: der Preis für Gas, der Preis für den Transit und die Lieferung. Wir haben den Gasverbrauch um das Zweifache gekürzt. Das ist unsere Antwort an unsere Partner".

Nach Informationen des Komitees für Staatsstatistik (Gosstat) ging der Import von russischem Gas in den ersten sieben Monaten 2012 auf 7,934 Milliarden US-Dollar zurück, was 7,7 Prozent unter dem entsprechenden Vorjahresniveau lag. Zuvor hatte die ukrainische Staatsführung ihre Pläne angekündigt, den Gasimport auf 27 Milliarden Kubikmeter pro Jahr zu verringern. Als Antwort rief der russische Gaskonzern die Ukraine auf, den geltenden Gasvertrag einzuhalten.

Im Jahre 2009 hatten Gasprom und der ukrainische Energieversorger Naftogas Ukrainy ein auf zehn Jahre befristete Abkommen signiert, demzufolge die Ukraine für das zu wenig importierte Gas Geldstrafen von 300 Prozent des Gaspreises im Winter bzw. 150 Prozent im Sommer zahlen muss. Dasselbe Abkommen verpflichtet die Ukraine, den Import von mindestens 33 Milliarden Kubikmeter des russischen Gases pro Jahr zu bezahlen.

Die Ukraine wird sich bis 2023 mit eigenem Gas und Öl versorgen können, so Premierminister Nikolaj Asarow am Dienstag. "Die Ukraine verfügt über große Öl- und Gasvorräte, und wir werden von niemandem abhängig sein", sagte er bei der Beratung mit Vertretern der örtlichen Regierung in Odessa.

Dabei unterstrich er, die Ukraine habe sich für beträchtliche finanzielle Aufwendungen entschieden, um die Förderung von Gas und Öl auf eigenem Territorium aufzunehmen. Bis Ende dieses Jahres sollen laut Asarow Bohrungen auf dem Festlandssockel des Schwarzen Meeres erfolgen, und für 2013 sei die Förderung geplant.

In diesem Jahr seien die aussichtsreichsten Lagerstätten zur Förderung von Schiefer- und Erdgas bestimmt worden, teilte der Regierungschef mit. In nächster Zeit solle die Unterzeichnung eines Abkommens mit drei ausländischen Unternehmen über eine gemeinsame Verteilung der Erzeugnisse und den Beginn der Arbeiten zur Gewinnung von Schiefergas stattfinden, setzte er fort.

Die Ukraine versuche, ihre Energieabhängigkeit von Russland, bei dem sie Gas "zu einem ungerechten Preis" kaufe, zu verringern, meint Asarow. Die Regierung betreibe eine Politik, die auf die Energieunabhängigkeit des Landes und auf die Erhöhung der Förderung des eigenen Gases bzw. die Kürzung des teuren importierten Gases abziele, betonte Asarow.

[russland.RU]
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