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09-05-2012 Ukraine
Julia Timoschenko vor Abbruch des Hungerstreiks


Kiew – Eine Kommission des Gesundheitsministeriums der Ukraine mit der ersten stellvertretenden Ministerin Raissa Moissejenko an der Spitze ist am Dienstag in Charkow eingetroffen, um das Zentralklinikum der Eisenbahnarbeiter in dieser Stadt zu besichtigen, in dem Julia Timoschenko therapiert werden soll. Wie ukrainische Ärzte vor Ort mitteilen, befindet sich bereits ein Kollege aus Deutschland im Klinikum.




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Timoschenkos Anwalt Alexander Plachotnjuk erklärte tags zuvor im Zusammenhang mit der geplanten Behandlung Timoschenkos im Krankenhaus: "Vor Beginn der Kur ist es notwendig, die Gesundheit nach dem Hungerstreik wieder zu stärken. Man braucht mindestens zehn Tage Zeit. Ein früher Beginn der Therapie am Dienstag, sofort nach dem Verlassen der Haftanstalt, stellt eine tödliche Gefahr dar."

Am Dienstag hat sich Julia Timoschenko mit dem in Charkow weilenden Berliner Arzt Lutz Harms getroffen "und sich geweigert, heute die von deutschen und ukrainischen Ärzten empfohlene Kur im Klinikum der Eisenbahngesellschaft Ukrsalisnyzja in Charkow zu beginnen", informierte der Pressedienst des Strafvollzugsdienstes der Ukraine. Laut Mitteilung "teilte Timoschenko mit, sie brauche Zeit, um darüber nachzudenken und mit Anwälten zu reden". Die inhaftierte Oppositionspolitikerin schloss jedoch die Möglichkeit nicht aus, am Mittwoch ins Krankenhaus zu gehen.

Der erste Stellvertreter des Generalstaatsanwalts der Ukraine, Renat Kusmin, sagte in einem Interview für die deutsche Wochenzeitung "Die Zeit". "Ich kann nicht recht verstehen, warum ich mich unaufhörlich rechtfertigen soll", "Was wollen Sie eigentlich? Über welche Probleme sprechen unsere deutschen Freunde? Timoschenko wurde die gerechteste Gerichtsverhandlung in der Welt und die allerbeste medizinische Behandlung zuteil", sagte der Vertreter der Staatsanwaltschaft. "Sie ist nicht verpflichtet, im Gefängnis zu arbeiten, es wurde ihr erlaubt, tagelang Protestbriefe zu schreiben, man zwingt sie nicht, Anstaltskleidung zu tragen, sie verletzt alle Regeln der Strafkolonie und wird dafür mit keiner Geldstrafe belegt. Ich kann mir jetzt mein Leben ohne Timoschenko nicht vorstellen", gestand Kusmin.

Dem Vize-Generalstaatsanwalt zufolge ist er nun gezwungen, wegen der ukrainischen Ex-Regierungschefin immer wieder nach Brüssel zu reisen und sich vor anderen Politikern zu rechtfertigen. "Alle und jeder führen jetzt das Wort Diktatur im Munde. Aber niemand interessiert sich dafür, was Timoschenko in Wirklichkeit getan hat", unterstrich Kusmin.

Julia Timoschenko wurde wegen Amtsmissbrauchs bei der Unterzeichnung der Gasabkommen mit der Russischen Föderation, die Anfang 2009 signiert worden waren, zu sieben Jahren Haft verurteilt. Diesen Prozess stufen die ukrainischen Oppositionellen und der Westen als politisch motiviert ein. href="http://www.russland.ru"> [russland.RU]
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