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04-02-2012 Ukraine
Janukowitsch betrachtet Gaspreis als größtes Problem der Beziehungen zwischen Moskau und Kiew


Kiew – Der Präsident der Ukraine, Viktor Janukowitsch, betrachtet den Preis für das russische Erdgas langfristig als "eine Gefahr für die nationale Sicherheit der Ukraine", führte er in einem Interview in der "Süddeutschen Zeitung" aus. Der Preis, zu dem Russland sein Erdgas liefert, "verschlechtert die Lage unserer Hersteller an den ausländischen Märkten", meinte er. Er nannte den derzeit gültigen Gaspreis "das größte Problem der Beziehungen" zwischen Russland und der Ukraine. "Der vor drei Jahren abgeschlossene bilaterale Gasvertrag ist für uns äußerst ungünstig", betonte Janukowitsch.




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Ihm zufolge bedarf das ukrainische Gasbeförderungssystem der Modernisierung. Nach Einschätzung von Experten wird sie fünf bis sieben Jahre dauern und fünf bis sieben Millionen US-Dollar in Anspruch nehmen. Für die Modernisierung des Gasbeförderungssystems schlug er die Bildung eines trilateralen Gaskonsortiums vor, "das auch die Interessen Russlands und der EU-Mitgliedsländer berücksichtigen soll". Nach seiner Auffassung sollten Russland und die EU je 33 Prozent der Aktien des Konsortiums besitzen, die übrigen 34 Prozent sollen der Ukraine gehören. In diesem Fall könne das System transparent sein, sagte Janukowitsch. Der Preis für russisches Erdgas liegt im ersten Quartal dieses Jahres bei 416 US-Dollar pro 1.000 Kubikmeter. Im zweiten und dritten Vierteljahr 2012 werden es 418 Dollar sein und im vierten Quartal auf 413 Dollar sinken. Der Haushaltsplan der Ukraine für das laufende Jahr sieht vor, dass der Gaspreis bei 416 Dollar liegt.

Russland und die Ukraine können derzeit keine Vereinbarung über den Gaspreis erzielen, weil Moskau mehrere Jahre zuvor politische Zugeständnisse gemacht hat. Das ist die Meinung des ehemaligen Brennstoff- und Energieministers Russlands, Juri Schafranik, der jetzt das Amt des Vorsitzenden des Rates des Russischen Verbandes von Öl- und Gasproduzenten bekleidet. Schafranik hielt einen Vortrag im Außenministerium. Er erklärte unter anderem: "Es gelingt uns nach wie vor nicht, eine Vereinbarung mit der Ukraine über das Gasproblem zu erzielen. Heute kann man es kaum glauben, aber unser Energieministerium hat es Ende des Jahres 2003 geschafft, ein russisch-ukrainisches Abkommen über den Übergang auf die Weltmarktpreise für Erdöl und Gas zu unterzeichnen." "Danach haben wir politische Zugeständnisse gemacht, und wer diesen Weg geht, hat Schwierigkeiten bei der Rückkehr", bemerkte Schafranik.
[russland.RU]
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