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07-09-2011 Ukraine
Janukowitsch über Gasstreit mit Russland: Vertragsbedingungen wie für einen Feind formuliert


Der ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch verlangte in einem Interview mit der russischen Zeitung "Kommersant" von Moskau, dass der Erdgaspreis auf deutsches Niveau abzüglich der Transportkosten und des im Rahmen der Charkower Abkommen gewährten Rabatts in Höhe von 100 Dollar gesenkt werden müsse: "Wir wollen zu einer zivilisierten Kooperation, zum europäischen Marktpreis zurückkehren".




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Janukowitsch zufolge "ist die Preisformel aus dem Jahr 2009 zweifelhaft, wir bestreiten sie, wir können sie so nicht akzeptieren". Er betonte: "Wenn wir den Gaspreis, den wir zahlen, mit dem für Deutschland geltenden realen Preis vergleichen, sehen wir, dass wir circa 200 Dollar mehr zahlen. Wir wollen verstehen, wofür wir bestraft werden! Wir geben zu viel Geld aus, bei den Summen handelt es sich um fünf bzw. sechs Milliarden Dollar pro Jahr. In zehn Jahren nach der Unterzeichnung des Vertrags wird die Summe 60 Milliarden Dollar ausmachen! Das bedeutet etwa 20 Prozent des jährlichen Staatshaushalts. … Wir reden ausschließlich über eine Rückkehr zum gerechten Preis, nämlich zum deutschen Preis minus 70 Dollar Transitkosten von der russischen Grenze bis Deutschland".

Er sei sich sicher, dass die bestehenden Erdgasverträge "das strategische Niveau der Beziehungen zwischen Russland und der Ukraine diskreditieren". Die Vertragsbedingungen seien "wie für einen Feind" formuliert, sagte er. "Seit anderthalb Jahren verhandeln wir darüber. Die Position Russlands ist für uns absolut unannehmbar. Sollte sie nicht geändert werden, gehen wir den Rechtsweg. Es gibt internationale Schiedsgerichte mit Sitz in Stockholm und in Den Haag", fügte er hinzu.

Gazprom-Chef Miller dagegen betont, dass die Ukraine russisches Gas schon jetzt billiger geliefert bekommt als einige europäische Länder. "Der Gaspreis für die Ukraine ist niedriger als für die Länder wie Polen, Ungarn, die Türkei und Rumänien", vermerkte er. "Es entsteht überhaupt der Eindruck, dass unsere ukrainischen Partner den Zug 'Billiges russisches Gas' bestiegen haben und nun nicht wissen, an welcher Station sie aussteigen sollen; doch auf diese Weise kann man sehr weit fahren, man kann von Glück reden, wenn er nicht in eine Sackgasse fährt". Miller zufolge sind "die Transittarife für russisches Gas beträchtlich höher als in den Ländern wie Deutschland, Polen, Tschechien und der Slowakei", und meint, dass "der Präsident der Ukraine irregeführt wird, was den Transittarif für russisches Gas durch das Territorium der Republik und die Preise für seine Lieferung an die ukrainischen Verbraucher betrifft".
[russland.RU]
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