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06-12-2004 Ukraine
Kaum Siegeschancen bei Janukowitsch
Nach der Aufhebung der Wahlergebnisse durch das Oberste Gericht der Ukraine wird der Kandidat der Macht, Viktor Janukowitsch, am 26. Dezember erneut gegen den Oppositionsführer Viktor Juschtschenko antreten müssen, schreibt die Zeitung „Wedomosti".

Für diesen Tag setzte die Zentrale Wahlkommission eine Wiederholung der Stichwahl an.

Zuvor hatte der jetzige Präsident Leonid Kutschma vorgeschlagen, neue Wahlen abzuhalten, erst am Donnerstag hatte er gemeinsam mit Wladimir Putin erklärt, eine Wiederholung der Stichwahlen wäre gesetzwidrig.

Nach Ansicht von Beobachtern hat Janukowitsch kaum Siegenschancen. Laut Umfragen nimmt die Unterstützung für Juschtschenko ständig zu. Heute würden 56 Prozent der Wähler für ihn stimmen, stellt Alexej Graschdankin, Vizechef des Meinungsforschungsinstituts Lewada-Zentr, fest. „Janukowitsch könnte gewinnen, nur wenn Kutschma es sich anders überlegen würde", meinte Gleb Pawlowski, Präsident des russischen Fonds für effektive Politik, der bei den Wahlen mit Janukowitschs Anhängern zusammengearbeitet hatte, „wenn er nicht mehr vorhaben wird, sich zu ergeben, und wenn er ihn nicht mehr bei den Händen halten wird."

Janukowitsch selbst ist nach den Worten seiner Pressesekretärin Anna German der Auffassung, dass er keinen anderen Weg hat als an den Wahlen teilzunehmen und zu gewinnen. Neue öffentliche Erklärungen sind von Janukowitsch erst zu erwarten, wenn seine Mannschaft eine neue Strategie konzipieren wird, äußert der ukrainische Politologe Dmitri Wydrin.

Unterdessen würde ein Sieg von Juschtschenko die Beziehungen zwischen Kiew und Moskau erschweren, das auf Janukowitsch gesetzt hat. Alexej Makarkin, Stellvertretender Generaldirektor des Zentrums für politische Technologien, prognostiziert, dass ein solcher Sieg die Teilnahme der Ukraine am „gemeinsamen Wirtschaftsraum" mit Russland, Weißrussland und Kasachstan sowie die weitere Präsenz des russischen Marinestützpunkts in der Ukraine in Frage stellen würde.

Für das Scheitern der russischen Politik in der Ukraine wird keiner der Mitstreiter Putins Verantwortung tragen - davon sind die Beobachter überzeugt. Nach Makarkins Ansicht würden höchstwahrscheinlich russische Oligarchen dafür verantwortlich gemacht, die „für eine Unterstützung für Juschtschenko und eine nicht ausreichende Unterstützung für Janukowitsch bestraft werden". (RIA)

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